Hinweise auf Entstehung von Gesteinsplaneten in Doppelsternsystem

5. März 2017, 16:43
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System SDSS 1557, bestehend aus Weißem Zwerg und Braunem Zwerg, besitzt Asteroidentrümmer

London – Astronomen haben in rund 1.000 Lichtjahren Entfernung von der Erde Hinweise auf Gesteinstrümmer in einem Doppelsystem um einen Weißen Zwergstern entdeckt. Der Fund belegt den Forschern zufolge erstmals, dass es auch in Doppelsternsystemen Gesteinsplaneten geben könnte. Die Wissenschafter um Jay Farihi vom University College London beschrieben ihre Beobachtungen im Fachblatt "Nature Astronomy".

"Die Formierung von Gesteinsplaneten um zwei Sonnen ist eine Herausforderung, denn die Schwerkraft beider Sterne kann gewaltig ziehen und schieben und die Gesteins- und Staubstückchen daran hindern, sich zu ausgewachsenen Planeten zusammenzuballen", erläuterte Farihi in einer Mitteilung seiner Hochschule. Bisher handelt es sich bei allen bekannten Planeten von Doppelsternen um Gasriesen – ähnlich dem Jupiter in unserem Sonnensystem -, die sich in den Außenbezirken ihres Systems entwickelt haben dürften.

Die Forscher vergleichen ihre Entdeckung mit dem Wüstenplaneten Tatooine, der fiktiven Heimat des Weltraumhelden Luke Skywalker in der Kinosaga "Krieg der Sterne". Allerdings gibt es auch entscheidende Unterschiede.

Ausgebrannter und verhinderter Stern

Zum einen haben die Wissenschafter gar keinen ganzen Planeten erspäht, sondern nur Hinweise auf herabregnendes Material, dessen chemische Zusammensetzung auf Asteroiden und ähnliche Gesteinsbrocken schließen lässt. Aus diesen könnten wiederum Gesteinsplaneten entstehen. Zum anderen besteht das Doppelsystem aus einem ausgebrannten Sternenrest und einem verhinderten Stern.

Das Team um Farihi hatte einen sogenannten Weißen Zwerg untersucht, den übrig gebliebenen Kern eines ausgebrannten Sterns. Dabei zeigte sich, dass der Sternenrest mit der Katalognummer SDSS 1557 einen Braunen Zwerg als Begleiter besitzt. Braune Zwerge sind Objekte, deren Masse von bis 75 Jupitermassen nicht ausreicht, um die Wasserstofffusion in ihrem Inneren zu zünden. Der Braune Zwerg von SDSS 1557 hat etwa 60 Mal soviel Masse wie der Planet Jupiter.

Silizium und Magnesium

Die Forscher beobachteten, wie mindestens 100 Milliarden Tonnen Material auf den Weißen Zwerg herabregneten. Die genaue Analyse zeigte die Signale von chemischen Elementen wie Silizium und Magnesium, aus denen Gesteinsplaneten und Asteroiden bestehen. Die registrierte Menge entsprach einem Asteroiden mit mindestens vier Kilometern Durchmesser.

"Wir kennen Tausende Doppelsysteme wie SDSS 1557, aber dies ist das erste Mal, dass wir Asteroiden-Trümmer und -Verunreinigung gesehen haben", betonte Ko-Autor Steven Parsons von der Universität Sheffield. "Die Entdeckung der Asteroidentrümmer im SDSS-1557-System liefert klare Signaturen der Entstehung von Gesteinsplaneten über den Weg großer Asteroiden", ergänzte Farihi. "Das hilft uns zu verstehen, wie Gesteinsplaneten in Doppelsternsystemen gemacht werden." (APA, red, 5.3.2017)

  • Das Doppelsystem besteht aus einem Weißen und einem Braunen Zwerg. Die entdeckten Trümmer deuten darauf hin, dass auch Doppelsternsysteme Gesteinsplaneten besitzen könnten.
    illustr.: mark garlick, ucl, university of warwick and university of sheffield

    Das Doppelsystem besteht aus einem Weißen und einem Braunen Zwerg. Die entdeckten Trümmer deuten darauf hin, dass auch Doppelsternsysteme Gesteinsplaneten besitzen könnten.

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