Wenn Zebramangusten in den Krieg ziehen

4. März 2017, 12:00
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Es beginnt mit einer Schlachtreihe und endet in wildem Getümmel – Paarungen zwischen "Feinden" inklusive

Exeter – "Chaotisch" ist das Wort, mit dem Wissenschafter der Universität Exeter das zusammenfassen, was sich abspielt, wenn Gruppen von Zebramangusten gegeneinander in den Kampf ziehen. Solche Konflikte eskalieren immer dann, wenn die Ressourcen knapp werden – seien es Nahrung, verfügbares Territorium oder auch paarungsbereite Weibchen.

Die mit Mungos und Erdmännchen verwandten Zebramangusten (Mungos mungo) sind über weite Teile von Subsaharaafrika verbreitet. Die – Schwanz nicht mit eingerechnet – 30 bis 40 Zentimeter langen Tiere ernähren sich von Insekten und anderen Kleintieren und legen Baue an, in denen Gruppen von 10 bis 40 Tieren Platz finden. Ähnlich den Erdmännchen sind auch sie sehr soziale Tiere – und dieses Verhalten umfasst auch regelrechte Kriegszüge, wie Forscher um Faye Thompson nach Beobachtungen in Uganda im Journal "Animal Behaviour" berichten.

foto: harry marshall
Auf die Plätze ...

Es beginnt noch recht geordnet: Die Mitglieder zweier benachbarter Gruppen beziehen einander gegenüber in regelrechten Schlachtreihen Stellung. Sobald die beiden Reihen aufeinander losstürmen, löst sich alles in ein wildes Getümmel von Einzelkämpfen auf. Manche Tiere jagen ihre Gegner vom Schlachtfeld, andere stürmen den gegnerischen Bau und töten die Jungen der dort verbliebenen Mütter.

Doch inmitten der Kämpfe, bei denen immer wieder Tiere schwer verletzt oder sogar getötet werden, kommt es auch zu Paarungen zwischen Angehörigen der unterschiedlichen Lager. Abgesehen von der Vorherrschaft über die Ressourcen könnten solche "Kriege" also auch ein Weg sein, um Inzucht vorzubeugen, vermuten die Forscher. Denn in der Regel bleiben Zebramangusten ihr ganzes Leben innerhalb ihrer Gruppe.

foto: harry marshall
... fertig, los. Kurzfristig schwächen Kriege die involvierten Gruppen der Zebramangusten. Langfristig scheinen sie aber ihren Zweck zu erfüllen.

Darüberhinaus könnte das gemeinsame Kämpfen auch dazu dienen, den sozialen Zusammenhalt innerhalb der Gruppe zu stärken, sagt Studienkoautor Michael Cant. Er verweist dabei auf vergleichbare soziale Prozesse bei zwei eng miteinander verwandten, ebenfalls sehr sozialen Spezies, die für ihre Kriegszüge berüchtigt sind: Schimpanse und Mensch. (jdo, 4. 3. 2017)

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