Zigaretten machen zuckerkrank

27. Februar 2017, 14:12
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Zigaretten erhöhen das Diabetesrisiko auch bei jungen Menschen – passiv Rauchen ist ein Faktor

Mediziner haben Zigaretten seit vielen Jahren im Visier. Kaum eine Erkrankung bei der die Frage, ob man raucht (oder geraucht hat) keine Rolle spielt. Dass Rauchen die Entstehung von Herz-Kreislauferkrankungen, Lungenkrebs und COPD begünstigt, ist hinlänglich bekannt, doch der Zigarettenkonsum spielt auch bei der Entstehung von Diabetes eine Rolle.

Neue Studienergebnisse zeigen: Rauchen erhöht die Wahrscheinlichkeit, an Diabetes zu erkranken, um das Doppelte. "Der blaue Dunst greift gravierend in die Stoffwechselprozesse des Körpers ein. Kurz gesagt: Rauchen macht Diabetes. Rauchen verschlimmert Diabetes", erklärt Hermann Toplak, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Diabetes (ÖDG).

Konkret: Schädliche Inhaltsstoffe wie Nikotin und Kohlenmonoxid machen den Körper unempfindlich gegenüber dem körpereigenen Hormon Insulin, das den Blutzuckerspiegel reguliert. Man muss jedoch nicht zwangsläufig selbst zur Zigarette greifen, um ein gesteigertes Diabetesrisiko zu haben. Bei Passivrauchern liegt es um 33 Prozent höher als bei Nichtrauchern.

Betrifft auch junge Menschen

Vor allem bei jungen Menschen ist das erhöhte Diabetesrisiko durch Rauchen alarmierend. Rauchende Teenager weisen ein viermal so hohes Risiko auf, zuckerkrank zu werden, als nichtrauchende Altersgenossen. Zudem entwickeln sie sechsmal häufiger das Metabolische Syndrom, ein Risikofaktor für Diabetes. Bei passivrauchenden Jugendlichen ist das Risiko für die Entstehung des Metabolischen Syndroms viermal so hoch, als bei Jugendlichen, die mit Tabakrauch kaum in Berührung kommen.

Bei Diabetikern richtet der Zigarettenqualm noch größeren Schaden an. Sie haben von vornherein ein höheres Risiko für Gefäßerkrankungen oder Nervenschädigungen als gesunde Menschen. Tabakrauch verstärkt diese Gefahr noch zusätzlich. So liegt die Wahrscheinlichkeit für die Entwicklung eines Taubheitsgefühls in den Gliedmaßen, für brennende Schmerzen oder ein verringertes Temperatur- und Schmerzempfinden um 30 Prozent höher als bei Nichtrauchern. Rauchen erhöht außerdem das Risiko für Augenschäden, Nierenversagen sowie die Entwicklung eines diabetischen Fußes.

Passiv rauchen

Passivrauchen bewirkt bei Betroffenen, dass die Halsschlagader um 67 Prozent schneller altert als bei Nichtrauchern. Zudem müssen Betroffene mehr und öfter Insulin spritzen, um den Blutzuckerspiegel im Gleichgewicht zu halten, da die Verstoffwechselung des Hormons durch die schädlichen Inhaltsstoffe des Zigrattenrauchens beeinträchtigt wird. (red, 27.2.2017)

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    foto: apa/dpa-zentralbild/arno burgi
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