Einstige Prager Operndirektorin Eva Herrmannova gestorben

27. Februar 2017, 13:56
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Holocaust-Überlebende wurde 87 Jahre alt

Prag/Wien – Eva Herrmannova, die einstige Operndirektorin des Prager Nationaltheaters, ist tot. Sie starb, wie erst jetzt bekannt wurde, am 13. Februar im Alter von 87 Jahren, wie die ihr künstlerisch verbundene Arbos-Gesellschaft am Montag mitteilte.

Geboren wurde Eva Herrmannova am 22. Juli 1929 in Wien. Da ihr Vater Jude war, musste die Familie 1938 ins mittelmährische Prossnitz (Prostejov) flüchten, von wo aus Herrmannova mit ihrer Familie in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert wurde. Dort sang sie im Kinderchor der Oper "Brundibar" von Hans Krasa – worüber sie nicht nur in ihrem Buch "Nach Theresienstadt und zurück", sondern auch in einer ORF-Dokumentation Zeugnis ablegte.

Herrmannova studierte nach dem Zweiten Weltkrieg Musikwissenschaft in Prag und arbeitete zunächst am dortigen Theaterinstitut. Von 1991 bis 1995 schließlich bekleidete sie das Amt der Operndirektorin des Narodni Divadlo, dem Nationaltheater in Prag. (APA, 27.2.2017)

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