Entführter Deutscher auf Philippinen ermordet

27. Februar 2017, 16:04
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Abu-Sayyaf-Video: Terrorgruppe enthauptet 70-jährigen Segler

Manila/Berlin – Fast vier Monate nach seiner Entführung ist ein deutscher Segler nach Angaben von US-Experten von der philippinischen Islamistengruppe Abu Sayyaf getötet worden. Ein Video zeige, wie der 70-jährige Jürgen K. von einem der Geiselnehmer enthauptet werde, berichtete das auf die Überwachung islamistischer Websites spezialisierte US-Unternehmen Site am Montag.

Ein Vertreter der philippinischen Regierung bestätigte K.s Tod. Auch das deutsche Außenministerium bestätigte die Hinrichtung. Zuvor war am Sonntag um 8 Uhr MEZ ein Ultimatum zur Zahlung von 570.000 Euro Lösegeld abgelaufen.

"Haben unser Bestes versucht"

"Wir verurteilen die barbarische Enthauptung eines weiteren Entführungsopfers", sagte der philippinische Regierungsberater Jesus Dureza. Die Streitkräfte hätten alle erdenklichen Anstrengungen unternommen, um K. zu retten. "Wir haben unser Bestes versucht, aber erfolglos." Militärvertreter im Süden des Landes sagten, sie hätten die Leiche der Geisel noch nicht gefunden.

Ein Sprecher des deutschen Außenministeriums erklärte, er könne derzeit nichts zur Authentizität des Videos sagen. Diese werde momentan geprüft. Die Bilder, die er daraus gesehen habe, seien jedoch erschütternd und machten ihn tief betroffen. Es gelte aber, dass sich die Regierung "zu Entführungen dieser Art grundsätzlich nicht äußert".

Partnerin bei Entführung erschossen

Der Deutsche war im November auf seiner Segelyacht vor der malaysischen Küste in der Nähe der philippinischen Grenze gekidnappt worden. Seine Partnerin Sabine M. wurde bei dem Angriff erschossen. Die Zahl der Entführungen durch Abu Sayyaf ist im vergangenen Jahr deutlich gestiegen. Dutzende Menschen, viele von ihnen Segler, fielen in die Hände der Organisation.

In einem Mitte Februar veröffentlichten Video drohte Abu Sayyaf mit der Enthauptung des Mannes. Darin sagte K. selbst, sollte seinen Entführern nicht binnen zwölf Tagen das geforderte Lösegeld von umgerechnet 570.000 Euro gezahlt werden, werde er getötet. Er bat die deutsche Regierung eindringlich um Hilfe.

Abu Sayyaf wurde in den 1990er-Jahren mit Geld von Al-Kaida-Chef Osama bin Laden gegründet und hat inzwischen der Jihadistenmiliz "Islamischer Staat" die Gefolgschaft geschworen. Die Gruppe wurde durch die Entführung vieler Ausländer bekannt. (APA, 27.2.2017)

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