Indonesische Polizei erschießt mutmaßlichen IS-Anhänger

27. Februar 2017, 10:42
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Getöteter saß zuvor bereits wegen Terrorvorwürfen in Haft

Jakarta – Die indonesische Polizei hat nach einem Bombenanschlag auf der Insel Java einen mutmaßlichen Anhänger der Jihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) erschossen. In einem Park in der Stadt Bandung war nach Polizeiangaben am Montag zunächst ein Sprengsatz detoniert, verletzt wurde niemand.

In einem angrenzenden Behördengebäude lieferten sich Polizisten anschließend einen Schusswechsel mit dem mutmaßlichen Attentäter, der dabei getötet wurde.

Nach Angaben von Polizeichef Tito Karnavian gehörte der Getötete der Islamistengruppe Jamaah Ansharut Daulah (JAD) an, die als wichtiger Unterstützer der IS-Miliz gilt. Er saß demnach bereits wegen Terrorvorwürfen in Haft und verlangte die Freilassung mehrerer Mitgefangener.

Anschlagsserie

JAD wird für mehrere Anschläge in Indonesien verantwortlich gemacht, darunter auch eine Anschlagsserie in der Hauptstadt Jakarta im Jänner 2016, bei der vier Zivilisten und vier Angreifer getötet worden waren. Es war der erste Anschlag in Südostasien gewesen, zu dem sich der IS bekannt hatte. Die US-Regierung hatte JAD im Jänner als Terrororganisation eingestuft. Bei der Gruppe handelt es sich demnach um eine Dachorganisation von rund zwei Dutzend indonesischen Extremistengruppen.

Indonesien ist das bevölkerungsreichste muslimische Land der Welt. In den vergangenen 15 Jahren wurden dort mehrere schwere Bombenanschläge verübt. Allein bei einem Attentat auf Bali wurden im Jahr 2002 mehr als 200 Menschen getötet. Seither gehen die Behörden hart gegen Extremisten vor. Sorge bereitet den Behörden der wachsende Einfluss der IS-Miliz. (APA, 27.2.2017)

  • Indonesische Polizisten beim Sturm auf das Gebäude, in dem sich der Angreifer verschanzte.
    foto: apa/afp/matahari

    Indonesische Polizisten beim Sturm auf das Gebäude, in dem sich der Angreifer verschanzte.

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