Politikerinnen EU-weit in der Minderheit

27. Februar 2017, 10:16
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Sieben der 28 EU-Hauptstädte werden von Frauen geführt

Wien/EU-weit (APA) – Politikerinnen sind in ganz Europa in der Minderheit, die Zahlen veränderten sich auch im Vorjahr nur minimal, wie eine Aufstellung von Werner Zögernitz, früherer ÖVP-Klubdirektor und Leiter des Instituts für Parlamentarismus und Demokratiefragen, zeigt. Der Anteil der weiblichen Regierungsmitglieder in den EU-Staaten ist sogar noch von 28 auf 27 Prozent zurückgegangen.

Von 21 Staatspräsidenten sind aktuell vier und damit um eine mehr weiblich als im Vorjahr (19 Prozent) – nämlich in Estland, Kroatien, Litauen und Malta. In den sieben Monarchien sind nach wie vor zwei Frauen Staatsoberhäupter (Dänemark und Großbritannien). Unverändert blieb die Zahl der Regierungschefinnen mit drei (Deutschland, Polen und Großbritannien), das entspricht einem Frauenanteil von 10,7 Prozent.

Frauenanteil in Regierungen

Der Anteil in den nationalen Regierungen ("Seniorminister") der EU-Staaten beträgt durchschnittlich 27 Prozent gegenüber 28 Prozent im Jahr davor. Den größten Frauenanteil hat dabei Schweden mit 50 Prozent vor Frankreich (49 Prozent), Bulgarien (47 Prozent) und Slowenien (44 Prozent). Deutschland und die Niederlande weisen einen Frauenanteil von 38 Prozent auf. Österreich lag mit 21,4 Prozent (noch inklusive der verstorbenen Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser) zuletzt unter dem EU-Durchschnitt (27 Prozent). Griechenland und Ungarn zählen überhaupt keine Frauen in ihren Regierungen. Auch in Malta (6 Prozent) und Zypern (8 Prozent) ist der Frauenanteil sehr gering.

Die nationalen Parlamente der EU-Mitgliedstaaten haben durchschnittlich einen Frauenanteil von 29 Prozent. Auch hier liegt Schweden an der Spitze (45 Prozent), Österreich mit 30,6 Prozent etwas über dem Schnitt. Im Europäischen Parlament blieb der Frauenanteil an den EU-Mandataren mit 37 Prozent gleich. Hier weist Malta den höchsten Frauenanteil auf (67 Prozent); Österreich und Schweden haben jeweils ein ausgeglichenes Geschlechterverhältnis. Das Schlusslicht ist hier Litauens Delegation mit einem Frauenanteil von nur 9 Prozent.

Der Anteil der Bürgermeisterinnen liegt in den EU-Staaten im Schnitt bei 15 Prozent. An der Spitze ist einmal mehr Schweden mit 37 Prozent. Österreich rangiert mit 7,4 Prozent im untersten Viertel. Absolutes Schlusslicht ist weiterhin Zypern mit 0 Prozent. Außerdem werden sieben der 28 EU-Hauptstädte von Frauen geleitet. (APA, 27.2.2017)

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