Vorhofflimmern erkennen, Schlaganfälle verhindern

27. Februar 2017, 09:53
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Die Herz-Hirnachse – ein deutsches Forscherteam stellt ein neues diagnostisches Konzept zur Reduktion von Schlaganfällen vor

Vorhofflimmern ist eine der häufigsten Ursachen für Schlaganfälle. Diese Herzrhythmusstörung gilt als Vorbote für Schlaganfall und hat für die Betroffenen oft lebenslange Einschränkungen und Behinderungen zur Folge. Ursache ist ein Blutgerinnsel im Herzen. Wird es in das Gehirn ausgeschwemmt, verstopft es die Gefäße und führt dazu, dass Hirngewebe abstirbt.

Sollte man Schlaganfallpatienten intensiver auf die Herzrhythmusstörung "Vorhofflimmern" untersuchen? Dieser Frage sind Rolf Wachter von Klinik für Kardiologie und Pneumologie der Universitätsmedizin Göttingen, Wissenschaftler im Deutschen Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK) und Klaus Gröschel von der Poliklinik für Neurologie der Universitätsmedizin Mainz in ihrer Studie "Find-AF-randomised" interdisziplinär nachgegangen.

Bessere Diagnostik

Insgesamt 398 Patienten mit frischem Schlaganfall wurden für die Studie untersucht. Ein Teil der Patienten wurde mit einem Langzeit-EKG über zehn Tage versorgt, das insgesamt drei Mal durchgeführt und in einem spezialisierten Labor ausgewertet wurde. Ein anderer Teil der Patienten bekam die aktuelle Standarddiagnostik.

Die Ergebnisse sprechen für sich: In der Gruppe mit Langzeit-EKG-Diagnostik wurde drei Mal häufiger Vorhofflimmern gefunden (13,5 Prozent) als in der Gruppe mit Standarddiagnostik (4,5 Prozent). Die Ergebnisse wurden im Februar in der renommierten Fachzeitschrift Lancet Neurology veröffentlicht.

"Oft wird Vorhofflimmern nicht erkannt, weil die Herzrhythmusstörung nur für wenige Minuten auftritt. Deshalb wird sie bei den aktuell üblichen Herz-Kreislaufuntersuchungen leicht übersehen. Wird Vorhofflimmern jedoch rechtzeitig erkannt, lässt sich ein Schlaganfall als Folge verhindern", sagt Wachter.

"Vorhofflimmern besser zu erkennen, ist vermutlich die vielversprechendste Strategie, um die Zahl der Schlaganfälle zu reduzieren. Mit dieser Studie ist uns ein wichtiger Schritt hin zu einer personalisierten Medizin gelungen. "Wir planen eine größere Studie mit 5.000 Teilnehmern. Wir wollen zeigen, dass wir nicht nur mehr Vorhofflimmern finden, sondern auch Schlaganfälle verhindern", sagt Wachter. (red/idw, 27.2.2017)

Orginalstudie:

Holter-electrocardiogram-monitoring in patients with acute ischaemic stroke (Find-AFRANDOMISED): an open-label randomised controlled trial

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