Red Bull Salzburg scheffelt

27. Februar 2017, 16:25
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Jonatan Soriano hat Österreichs Fußballmeister Richtung China verlassen. Der Spanier füllt die Kassa und setzt einen Trend fort. Seit 2014 wurden in Salzburg rund 80 Millionen Euro aus Transfers erlöst

Salzburg – Der Transfer von Kapitän Jonatan Soriano nach China ist seit Montagfrüh offiziell und vollzogen, der 31-jährige Spanier unterschrieb bei Beijing Guoan einen Zweijahresvertrag. Red Bull Salzburg kassiert rund zehn Millionen Euro Ablöse. Der sportliche Leiter Christoph Freund sagt: "Aufgrund seiner klar geäußerten Wechselabsicht sowie der außergewöhnlichen Rahmenbedingungen dieses Transfers haben wir letztlich seinem Wunsch entsprochen. Natürlich bedauern wir seinen Abgang. Aber noch größer ist unser Stolz, dass ein Spieler mit seiner Klasse über so lange Zeit in Salzburg gespielt und unsere Erfolge mit seiner einzigartigen Torquote maßgeblich geprägt hat." In 202 Pflichtspielen kam Soriano auf 172 Treffer, 27 davon im Europacup. Der Angreifer war seit Jänner 2012 an je vier Meistertiteln und Cupsiegen beteiligt. Dreimal in Serie war er österreichischer Schützenkönig.

Seit 2014 hat Red Bull Salzburg an Transfers ordentlich verdient (siehe Grafik). Soriano wurde um rund 900.000 Euro von Barcelona B verpflichtet, eine beachtliche Wertsteigerung. Als der Klub 2005 gegründet wurde, zahlte Dietrich Mateschitz in erste Linie ein. Wurde ein Spieler benötigt, hat Mateschitz quasi die Brieftasche gezückt. Der erste namhafte Kicker, der mit Gewinn abgegeben wurde, war Marc Janko. Twente Enschede erwarb ihn 2010 um knapp sieben Millionen Euro.

Geringe Ausgaben, hohe Einnahmen

Salzburg agierte danach auf dem Transfermarkt durchaus vernünftig, die Scouting-Abteilung funktionierte. Naby Keita kam um 1,5 Millionen, Kevin Kampl um 2,5. Martin Hinteregger kostete, vom vermutlich fürstlichen Gehalt abgesehen, gar nichts, er ist Eigenbauspieler. Sadio Mane hat in Salzburg seinen Wert immens gesteigert. Um 3,5 Millionen verpflichtet, wurde der Senegalese um 15 Millionen an Southampton verscherbelt. Durch den Wechsel zu Liverpool streifte Salzburg weitere acht ein, macht also 23. Die Zahlen sind geschätzt, werden aber nicht dementiert.

Die Transfers zum Schwesternklub Rasenballsport Leipzig scheinen sehr wohl in der Bilanz auf, die Summen fließen tatsächlich die Salzach runter. Seit 2015 bekommt der österreichische Meister von Red Bull ein Budget zur Verfügung gestellt, mit dem er leben muss oder leben darf. Über die Höhe wird geschwiegen. Ein Schnäppchen war übrigens Bernardo – um 250.000 Euro geholt, war der Brasilianer Leipzig Monate später sechs Millionen wert.

Soriano dankte Salzburg in einer Aussendung für "wunderschöne Jahre. Ich denke, dass für mich der geeignete Zeitpunkt gekommen ist, um noch einmal eine neue und große sportliche Herausforderung anzunehmen."

Guoan war 2009 Meister, neuer Trainer ist Sorianos spanischer Landsmann Jose Gonzalez. Die bekanntesten Spieler sind der frühere Leverkusen-Legionär Renato Augusto sowie der türkische Teamstürmer Burak Yilmaz. "Wir hoffen, dass sich Soriano schnell an das Spielsystem der Mannschaft gewöhnen wird und dabei hilft, durch die gegnerischen Abwehren zu kommen", ließ der Klub aus Peking verlauten.

Freund macht sich keine Sorgen. "Wir sind überzeugt, dass wir mit unseren hochtalentierten Offensivspielern Minamino, Hwang, Oberlin und Co erfolgreich sein werden." Irgendwann werden sie wohl verkauft. (hac, APA, 27.2.2017)

  • Jonatan Soriano (re) tauscht eine Stadt gegen eine etwas größere.
    foto: apa/krugfoto

    Jonatan Soriano (re) tauscht eine Stadt gegen eine etwas größere.

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    grafik: apa
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    foto: apa/daniel krug
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