US-Regierung prüft bisherige Empfehlungen zu selbstfahrenden Autos

27. Februar 2017, 06:29
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Regierung will "ein Katalysator für sichere, effiziente Technologie sein"

Washington – Die neue US-Regierung will die Empfehlungen ihrer Vorgängerin zu selbstfahrenden Autos überprüfen. Die im September unter Präsident Barack Obama erlassenen Richtlinien sind von der Industrie kritisiert worden. Verkehrsministerin Elaine Chao sagte am Sonntag, die Regierung von Donald Trump wolle "ein Katalysator für sichere, effiziente Technologie sein", nicht ein Hindernis.

Sie rief die Konzerne in Detroit und im Silicon Valley auf, ihren Beitrag zu leisten, um "eine skeptische Öffentlichkeit über die Vorteile der Automatisierung aufzuklären". Studien zufolge gingen 94 Prozent der Autounfälle auf menschliches Versagen zurück, sagte Chao. "Es hängt viel davon ab, dass wir diese Technologie richtig hinbekommen."

Verkehrsvorschriften als Ländersache

Die Empfehlungen der Obama-Regierung sehen unter anderem vor, dass Autobauer freiwillig Einzelheiten zu ihren autonomen Systemen an die Aufsichtsbehörden aushändigen. Zudem sollen die Bundesstaaten die relevanten Leitlinien des Bundes übernehmen. In den USA sind Verkehrsvorschriften eigentlich Ländersache. Führende US-Autohersteller haben bemängelt, dass die Richtlinien die Übertragung großer Datenmengen vorsehen und Fahrzeugtests um Monate verzögern könnten. Sie hatten im November die neue Trump-Regierung gebeten, die Empfehlungen zu überarbeiten.

Zahlreiche amerikanische Konzerne wie Alphabet, GM, Ford, Uber und Tesla arbeiten zurzeit mit Hochdruck an selbstfahrenden Autos. In den USA war die Zahl der Verkehrstoten 2015 um sieben Prozent gestiegen, die höchste Rate seit 1966. In den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres betrug die Zunahme sogar acht Prozent. Gleichzeitig werden Sorgen über eine Vernichtung von Arbeitsplätzen laut: Allein 3,5 Millionen Amerikaner sind als Lastwagenfahrer beschäftigt, dazu kommen verwandte Jobs wie etwa bei Taxi-Unternehmen.

Chao erklärte dazu, sie sei "sehr besorgt" über die möglichen Auswirkungen der neuen Technologie auf den Stellenmarkt. Die Wirtschaftswissenschaftlerin war unter Präsident George W. Bush acht Jahre lang Arbeitsministerin. Sie ist die Ehefrau des republikanischen Mehrheitsführers im Senat, Mitch McConnell. (APA, 27.2.2017)

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