ÖSV-Quartett springt zu Mixed-Silber

26. Februar 2017, 18:48
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Dritte ÖSV-Medaille in Lahti, Gold an Deutschland – Kraft: "Ich darf nicht zu euphorisch werden" – Vettori: "Wir sind sehr zufrieden"

Lahti – Knapp 24 Stunden waren vergangen, und Normalschanzen-Weltmeister Stefan Kraft durfte in Lahti schon wieder auf das Podium klettern. Gemeinsam mit Michael Hayböck, Daniela Iraschko-Stolz und Jacqueline Seifriedsberger holte er jene Mixed-WM-Medaille nach, die vor zwei Jahren in Falun verpasst worden war. Mit Silber komplettierte das ÖSV-Team den Medaillensatz schon nach dem ersten WM-Wochenende.

Die Vorgabe von ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel mit drei Medaillen ist also schon vor der zweiten WM-Woche erfüllt und nimmt eine Last von den Schultern der Verantwortlichen und Sportler. "Es ist unglaublich. Wir haben vor der WM gesagt, wir haben die Möglichkeit bei jedem Wettkampf, um eine Medaille mitzuspringen. Wir haben gestern Gold und heute Silber geholt", sagte Cheftrainer Heinz Kuttin. "Das ist der Lohn für die ganze Arbeit. Die bestechende Form, die die Burschen und heute auch die Mädels gezeigt haben, bestätigt das."

Hayböck hat damit auch eine alte Rechnung beglichen. "Für mich ist es eine Genugtuung, weil ich in Falun den Mixed-Teambewerb ziemlich vergeigt habe. Das ist jetzt ausgebügelt", sagte der Oberösterreicher, der von einem hochklassigen Wettkampf sprach. "Schlussendlich war es doch das Maximum, was herauszuholen war, weil die Deutschen sind unglaublich stark gesprungen. Da hat sich keiner einen Fehler erlaubt. Wir waren dann klar Zweiter und auf das können wir sehr stolz sein, dass wir uns gegenüber den anderen abgesetzt haben."

Großschanze kommt erst

Hayböck war am Samstag mit Medaillenchancen Sechster geworden, nun hat er seine insgesamt zweite WM-Medaille gewonnen. "Jetzt kann ich befreit drauflosspringen, und da ist schon noch einiges drinnen."

Befreit drauflosspringen konnte Zimmerkollege Kraft nach seiner Goldmedaille von der Normalschanze schon am Sonntag. "Ein perfektes Wochenende, es hätte nicht besser laufen können", meinte der Salzburger. "Jetzt freue ich mich auf die große. Ich muss bei mir bleiben, ich darf nicht zu euphorisch werden und hart weiterarbeiten und die zwei, drei Tage jetzt perfekt nutzen."

Iraschko-Stolz hat ihren Satz an WM-Medaillen nun komplett. "Jetzt muss ich wieder von vorne anfangen oder aufhören, das überlege ich mir noch. Aber ich glaube, ich versuche noch einmal den ersten Weg", meinte die Ex-Einzelweltmeisterin. "Nächstes Jahr ist Olympia, das ist sicher ein großes Ziel. Ich bin heute total happy, die Farbe wäre mir egal gewesen. Ich wollte einfach unbedingt so eine Teammedaille, weil es ganz was Besonderes ist."

Hochzufrieden war auch der Sportliche Leiter für Skispringen und Nordische Kombination, Ernst Vettori. Dank Mixed-Silber haben auch die Damen noch zugeschlagen, so haben alle drei Gruppen eine Medaille in der Tasche. "Wir haben das Ziel gehabt, in allen Sparten eine Medaille zu gewinnen. Jetzt haben wir das mit den Mädchen auch erledigt, wir sind sehr zufrieden. Wir haben Gold, Silber und Bronze und die Großschanze kommt jetzt, die uns gut liegt.". (APA, 26.2.2017)

Nordische Ski-WM in Lahti, Mixed-Skispringen, Sonntag

1. Deutschland 1.035,5 Punkte
(Carina Vogt/98,0 und 95,0 m, Markus Eisenbichler/95,5 und 99,5, Svenja Würth/95,0 und 95,5, Andreas Wellinger/99,0 und 98,0)

2. Österreich 999,3
(Daniela Iraschko-Stolz/88,5 und 90,5 m, Michael Hayböck/92,0 und 97,5, Jacqueline Seifriedsberger/94,5 und 92,5 m, Stefan Kraft/96,5 und 97,0)

3. Japan 979,7
(Sara Takanashi/90 und 89,5, Taku Takeuchi/89,0 und 92,0, Yuki Ito/95 und 93,5, Daiki Ito/92,5 und 96,5)

4. Slowenien 961,4
5. Norwegen 877,8
6. Russland 864,0
7. Italien 848,1
8. USA 802,2
9. (nicht im Finale) Tschechien 403,3
10. (nicht im Finale) Frankreich 403,1

  • Stefan Kraft, Jacqueline Seifriedsberger, Daniela Iraschko-Stolz und Michael Hayboeck (v. li.) bescheren Österreich die dritte Medaille in Lahti. Die Sammlung ist, was die Farben betrifft, komplett, könnte aber noch größer werden.
    foto: apa/schlager

    Stefan Kraft, Jacqueline Seifriedsberger, Daniela Iraschko-Stolz und Michael Hayboeck (v. li.) bescheren Österreich die dritte Medaille in Lahti. Die Sammlung ist, was die Farben betrifft, komplett, könnte aber noch größer werden.

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