Impro-"Tatort" aus Ludwigshafen: Top oder Flop?

Ansichtssache26. Februar 2017, 18:27
151 Postings

In "Babbeldasch" klären Lena Odenthal und Kollegin Johanna Stern den Mord an einer Theaterchefin, und das ohne klassisches Drehbuch. Wie hat Ihnen diese Folge gefallen?

Diesen Sonntag ermittelten die Kommissare am "Tatort" in Ludwigshafen. Worum geht's? Die Gründerin des Ludwigshafeners Theaters, Sophie Fetter, stirbt während einer Vorstellung an einem allergischen Schock. Johanna Stern übernimmt die Ermittlungen, Kollegin Lena Odenthal wollte eigentlich Überstunden abbauen. Lena aber kann es nicht lassen, sie war bei dieser Vorstellung im Theater und nutzt die Gelegenheit, um inkognito hinter die Kulissen zu schauen.

foto: orf/ard

"Um zu zeigen, wie echt und lebendig das alles ist, wackelt auch die Handkamera durch die biederen Kulissen des Theaters. Dafür gibt es grundsätzlich ein Plus. Denn dem 'Tatort' tun Experimente gut, dem aus Ludwigshafen erst recht. Man muss mal was Neues ausprobieren", schreibt Birgit Baumann im TV-Tagebuch des STANDARD.

"Doch leider folgt jetzt sehr viel Minus. Herausgekommen ist bei diesem Mord mit Mohnkipferl nämlich das Gegenteil von gut – also bloß gut gemeint. Die Story rund um die Theaterchefin und deren finanzielle wie emotionale Nöte ist so entsetzlich hausbacken und langatmig, dass man sich bald im plumpen Bauerntheater wähnt, durch das zufällig eine Kommissarin stolpert."

1
foto: orf/ard

"Die Mundart ist tot, es lebe die Mundart! Im neuen Fall von Lena Odenthal wird Pfälzisch geredet und hemdsärmelig improvisiert. Ein Ausnahme-'Tatort' – der leider nicht aufgeht", urteilt Christian Buß im "Spiegel". Für den "Tatort" im Allgemeinen und das Odenthal-Fernsehrevier im Besonderen sei diese Episode trotzdem von Wert. "Stellt sie doch ein wichtiges Experiment dar, das nicht gelingen muss, um die Krimireihe ordentlich durchzuschütteln", so Buß.

2
foto: orf/ard

"In 'Babbeldasch' sieht man die Ludwigshafener Ermittler an der Seite von Laienschauspielern improvisieren. Im Grunde seines Herzens ist dieser 'Tatort' aber furchtbar konventionell", meint Holger Gertz in der "Süddeutschen Zeitung". "Dass das Opfer – hier die Theaterchefin – durch ein mit Mohnmasse verunreinigtes Schokocroissant erledigt wird, erweitert zwar das Tableau der Todesursachen am Sonntagabend. Es folgt allerdings: klassisches Mördersuchen mit verschiedenen Fährten und überraschendem Twist am Ende."

Wie hat Ihnen diese Folge gefallen? Top oder Flop? (red, 26.2.2017)

3
Share if you care.