Tunesien will Reformkurs verschärfen

26. Februar 2017, 14:02
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Zehntausend Stellen im öffentlichen Dienst sollten gestrichen, Anteile an staatlichen Banken verkauft werden

Tunis – Tunesien plant unter dem Druck des Internationalen Währungsfonds einen verschärften Reformkurs. Zehntausend Stellen im öffentlichen Dienst sollten gestrichen werden, sagte Finanzministerin Lamia Zibri der Nachrichtenagentur Reuters. Zudem sei geplant, Anteile an drei staatlichen Banken zu verkaufen.

Tunesien hat im Juni eine erste Trance von 320 Millionen Dollar aus einem Hilfspaket des IWF erhalten. Die zweite Tranche, die eigentlich für Dezember geplant gewesen sei, sei dagegen nicht ausgezahlt worden, sagte Zibri. Mit den Reformen hofft die Regierung in Tunis, den IWF noch umstimmen zu können.

Auch der Verkauf von Unternehmen, die einst dem gestürzten Machthaber Zine El Abidine Ben Ali gehört haben, sei geplant. Das dürfte aber weniger als 300 Millionen Dollar einbringen, sagte Zibri. Immerhin ziehe die Wirtschaft an. So seien mehr Buchungen von Touristen in der wichtigen Sommersaison eingegangen, und auch das Phosphorgeschäft laufe gut. Es sei möglich, dass das Wachstum mit drei Prozent besser ausfalle als bisher angenommen. Der Tourismus, der acht Prozent der Wirtschaftsleistung Tunesiens ausmacht, war nach mehreren Anschlägen 2015 deutlich zurückgegangen.

Nach dem Sturz Ben Alis hat Tunesien freie Wahlen eingeführt, eine neue Verfassung verabschiedet und gilt damit als demokratisches Vorbild in der Region. Doch das Land leidet unter einer anhaltend hohen Arbeitslosigkeit. Zudem bremsen politische Grabenkämpfe die wirtschaftliche Entwicklung des Landes. (Reuters, 26.2.2017)

  • Tunesien wartet auf eine zweite Trance aus einem Hilfspaket des IWF.
    foto: amine landoulsi/ap/dapd

    Tunesien wartet auf eine zweite Trance aus einem Hilfspaket des IWF.

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