LG G6 vorgestellt: Doppelkamera, großes Display, alter Prozessor

    26. Februar 2017, 13:24
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    Kein Snapdragon 835 – Android-Smartphone soll mit HDR und Dolby Vision sowie neuen Kamerafeatures punkten

    Der koreanische Elektronikhersteller LG hat heute sein neues Smartphone-Flaggschiff, das LG G6, am Mobile World Congress in Barcelona vorgestellt. Vieles war im Vorfeld bereits über das Gerät bekannt geworden, nun wurde der Schleier offiziell gelüftet.

    Den Fokus legt LG auf die Doppelkamera und das "Full Vision"-Display des Handys. Der Bildschirm des G6 ist auf 5,7 Zoll angewachsen, durch die Verschlankung der Ränder soll das Android-Handy trotzdem handlich bleiben. Es hat laut Hersteller den größten Bildschirm unter allen Geräten mit vergleichbaren Dimensionen (148,9 x 71,9 x 7,9 Millimeter) am Markt und wiegt 163 Gramm. Das Kamera-Modul auf der Rückseite liegt flach am Gehäuse an.

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    "Full Vision"-Display

    Das an den Ecken abgerundete Panel unterstützt HDR10 sowie Dolby Vision und löst mit 2.880 x 1.440 Pixel auf. Bei LG rechnet man damit, dass sich das 18:9-Format auf Dauer als neuer Standard im Unterhaltungsbereich durchsetzen wird.

    Überhaupt legte man großen Wert darauf zu betonen, wie immersiv Spiele und Filme auf dem Bildschirm zu erleben seien. Käufer des G6 sollen, zumindest in den USA, Content im Gegenwert von 200 Dollar für mehrere Spiele aus Googles Play Store erhalten.

    Android 7 mit Google Assistant

    Vorinstalliert ist Android 7.0 "Nougat". Die Systemoberfläche hat LG überarbeitet und in Version 6 vorgestellt. Das neue Format des Bildschirms will man insbesondere dadurch nutzen, in dem man zwei Apps gleichzeitig nutzen kann, die jeweils in einem quadratischen Fenster stecken. Optisch setzt man auf helle, natürliche Farbgebung.

    Mit an Bord ist der Google Assistant, ein KI-gestützter Sprachassistent. Er soll helfen, Inhalte und Informationen schnell zu finden, vernetzte Geräte zu steuern und Termine zu organisieren. Der Assistent versteht vorerst Englisch und Deutsch, weitere Sprachen sollen bald folgen.

    foto: lg

    Akku-Seitenhieb auf Samsung

    Einen Seitenhieb auf Samsung konnte man sich nicht verkneifen, freilich ohne den Konkurrenten direkt zu nennen. Man habe die Akku-Tests verschärft, um Sicherheit zu garantieren, da sich dieser Tage viele Kunden diesbezüglich sorgen würden. Gleichzeitig wurde die Akkukapazität um 500 mAh auf 3.300 mAh erhöht, das Aufladen per Quick Charge 3.0 wird unterstützt. Für Aufladung und verkabelte Datenübertragung kommt ein USB-C-Port zum Einsatz. Der Akku ist nicht austauschbar, vom modularen Konzept des Vorgängers, G5, hat man sich wieder verabschiedet.

    Dazu soll eine Heatpipe überschüssige Wärme vom Prozessor effizient ableiten, um Hitzeprobleme zu vermeiden. Das Gehäuse ist wasser- und staubdicht gemäß IP68-Standard, einen unbeabsichtigten Ausflug in die Badewanne oder das Waschbecken sollte das Handy also problemlos überstehen.

    foto: lg

    Verbesserte Doppelkamera

    Ein großes Feature des G6 ist seine Doppelkamera. Verbaut wurden zwei 13-Megapixel-Sensoren, von denen einer mit einem Weitwinkel von 125 Grad operiert. Über diese realisiert man etwa eine Zoomfunktion, die auch während Videoaufnahmen zur Verfügung steht. Es gibt Laser-gestützten Autofokus und optische Bildstabilisierung. Die Frontkamera arbeitet mit fünf Megapixel und 100-Grad-Winkel.

    Die Kamera-App wurde zudem um neue Elemente erweitert, darunter "Grid Shot" zum Anfertigen von Collagen aus Bildern im 1:1-Format oder "Match Shot" zum Kombinieren von zwei verschiedenen Bildern.

    Kein Snapdragon 835

    Unter dem Metallgehäuse des LG G6 steckt ein Qualcomm Snapdragon 821-Prozessor, was als Bestätigung für vorhergehende Berichte gesehen werden kann, laut denen Samsung sich offenbar die ersten Chargen des neuen Snapdragon 835 exklusiv sichern konnte. Der Snapdragon 821 steckt in zahlreichen Smartphones der Weihnachtssaison, beispielsweise etwa im OnePlus 3T.

    Vier GB Arbeitsspeicher werden dem Chip an die Seite gestellt. Der Onboardspeicher beträgt je nach Modell entweder 32 oder 64 GB und kann per microSD-Karte erweitert werden.

    foto: lg

    Kommunikation

    Das G6 wird in einer Single- und DualSIM-Variante erscheinen, wobei bei der DualSIM-Ausgabe ein Hybrid-Slot genutzt wird. Wer hier eine Speicherkarte einsteckt, kann nur eine SIM-Karte verwenden. Unklar ist, welche Varianten in welchen Märkten offiziell zu haben sein werden.

    Hinsichtlich der restlichen Ausstattung werden die üblichen Standards erfüllt. Das Handy beherrscht LTE, Bluetooth 4.2, 802.11ac-WLAN und NFC. Für Bezahlvorgänge und schnelle Entsperrung gibt es einen Fingerabdruckscanner

    Verfügbarkeit

    Das LG G6 wird in drei Farbausgaben an den Start gehen: "Mystic White", "Astro Black" und "Ice Platinum". Den ersten Marktstart legt das Gerät am 9. März in Südkorea hin, weitere Länder sollen danach folgen. Angaben zum Preis ist LG schuldig geblieben. Der Vorgänger, das LG G5, kostete zum Start 699 Euro. (gpi, 26.02.2017)

    Der Livestream zum Nachsehen:

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