125 Jahre Diesel: Von der Jahrhunderterfindung zum Schmutzfink

26. Februar 2017, 12:58
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Der Dieselantrieb gilt als Jahrhundert-Erfindung, mittlerweile geriet er angesichts der Schadstoffprobleme in Veruf

Berlin – Der Dieselantrieb gilt als Jahrhundert-Erfindung. Die Motortechnik, die der Ingenieur Rudolf Diesel am 27. Februar 1892 in Berlin zum Patent anmeldete, schuf mit die Grundlage für den Durchbruch des modernen Auto-, Schiffs- und Schienenverkehrs.

Der Diesel heißt auch Selbstzünder, weil sich der unter hohem Druck in den Zylinder eingespritzte Kraftstoff bei bis zu 900 Grad Celsius von allein entflammt. Die so entstehende Energie treibt den Motor an. Im Gegensatz zum Ottomotor (Benziner) benötigt der Diesel keine gesonderte Zündkerze, um das heiße, zerstäubte Treibstoffgemisch zur Explosion zu bringen. Es reicht allein der hochverdichtete Sprit.

Aus diesem Grund sind viele Dieselmotoren im Vergleich zu Ottomotoren mit ähnlicher Leistung auch effizienter. Sie haben bei vergleichbarer Stärke meist einen höheren Wirkungsgrad – also ein günstigeres Verhältnis zwischen am Ende nutzbarer und zuvor eingesetzter Energie.

Schadstoffproblem

Darum ist auch der Verbrauch des Diesels tendenziell geringer, und es werden somit geringere Mengen des Klimagases Kohlendioxid (CO2) ausgestoßen. Dafür sind die Emissionen von Luftschadstoffen wie Stickoxiden (NOx) höher – ein Problem, das die Industrie durch moderne Katalysatoren-Technik weiter eindämmen will.

Wie Benzin ist Diesel ein Gemisch mehrerer Kohlenwasserstoffe, die aus Erdöl durch Verarbeitung gewonnen werden. Die Zusammensetzung ist aber anders. Dieselmotoren finden sich in Autos, Lastwagen, Baumaschinen, Schiffen, Diesellokomotiven und Kraftwerksaggregaten.

In Deutschland stellen Dieselautos etwa ein Drittel des Pkw-Bestands. Hierzulande ist der Diesel noch begehrter: Ende 2016 standen rund 2,7 Dieselautos, 2,04 Millionen Benzinern gegenüber. Umweltverbände fordern, die bisher niedrigere Besteuerung von Diesel zu erhöhen, damit sich Ökoantriebe in Elektroautos oder in Brennstoffzellen-Fahrzeugen schneller durchsetzen können. Auch Umweltminister Andrä Rupprechter fordert schon länger das Ende des Dieselprivilegs. Ganz ungehört bleiben diese Appelle nicht: Im Jänner heurigen Jahres gab es bei den Neuzulassungen bei den Pkw mit Benzinmotor ein Plus von 21,2 Prozent, während Dieselautos ein Minus von 0,6 Prozent verzeichneten. (APA/red, 26.2.2017)

  • Im Jänner gab es hierzulande bei Dieselzulassungen einen kleinen Knick.
    foto: apa/dpa/frank rumpenhorst

    Im Jänner gab es hierzulande bei Dieselzulassungen einen kleinen Knick.

  • Ein Tankstutzen für den Zusatzstoff ´AdBlue in einem Kofferraum eines Skoda Yeti.
    foto: apa/dpa/stratenschulte

    Ein Tankstutzen für den Zusatzstoff ´AdBlue in einem Kofferraum eines Skoda Yeti.

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