Saudi-arabischer Außenminister zu seltenem Besuch im Irak

    25. Februar 2017, 16:31
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    Al-Jubeir will seit Jahren angespannte Beziehungen verbessern

    Bagdad/Mossul – Erstmals seit 14 Jahren ist ein hochrangiger Vertreter von Saudi-Arabien am Samstag in den Irak gereist, ein saudi-arabischer Außenminister war das letzte Mal 1990 im Irak. Außenminister Adel al-Jubeir kam in Bagdad zunächst mit seinem irakischen Kollegen Ibrahim al-Jaafari zusammen, wie aus dem Außenministerium verlautete. Bei den Gesprächen gehe es darum, wieder "stabile Beziehungen" aufzubauen, sagte ein Regierungsvertreter.

    Nach Angaben aus irakischen Regierungskreisen war es der erste Besuch eines saudi-arabischen Außenministers im Irak seit 2003.

    Ministerpräsident Haider al-Abadi, der seit 2014 an der Spitze der irakischen Regierung steht, will die jahrelang angespannten Beziehungen zu Saudi-Arabien verbessern. Die beiden Nachbarländer hatten sich im Zuge der irakischen Invasion in Kuwait im Jahr 1990 überworfen. Erst im Dezember 2015 eröffnete Saudi-Arabien wieder seine Botschafter in Bagdad, nachdem es dort 25 Jahre lang keine eigene diplomatische Vertretung unterhalten hatte.

    Kritische Äußerungen des Botschafters Thamer al-Sabhan zum Einsatz schiitischer Milizen im Kampf gegen die Jihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) führten jedoch zu neuen Spannungen. Nur acht Monate nach seiner Zulassung wurde al-Sabhan auf Wunsch der irakischen Regierung nach Riad zurückbeordert.

    Die irakische Führung hatte die schiitischen Milizen 2014 zu Hilfe gerufen, um den Vormarsch der IS-Kämpfer nördlich und westlich von Bagdad aufzuhalten. Sie spielen seither eine zentrale Rolle im Kampf gegen die Jihadisten. Mittlerweile hat der IS im Irak erheblich an Boden verloren. Seit Oktober wird die IS-Miliz von den Regierungstruppen auch in ihrer letzten verbliebenen irakischen Hochburg Mossul in die Enge getrieben. Am Freitag drangen sie erstmals in den Westen der Stadt vor.

    Am Samstag kämpften sich die Eliteeinheiten des Innenministeriums in Mossul weiter Richtung Stadtzentrum vor, wie ein Armeevertreter mitteilte. Die Jihadisten nutzten "Häuser voller Bewohner als menschliche Schutzschilde", sagte ein Armeevertreter. Die Bodentruppen wurden von Kampfhubschraubern unterstützt.

    Das Ziel der irakischen Soldaten ist demnach der Sitz der Provinzregierung. Die südlichste Brücke über den Fluss Tigris sei nun noch einen Kilometer und das türkische Konsulat einen halben Kilometer entfernt. (APA, 25.2.2017)

    • Adel al-Jubeiri und Iraks Außenminister Ibrahim al-Jaafari.
      foto: iraqi foreign minister media office via ap

      Adel al-Jubeiri und Iraks Außenminister Ibrahim al-Jaafari.

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