Generika-Hersteller Stada gibt allen Bietern die gleiche Chance

25. Februar 2017, 21:44
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Interessenten können Informations-Rückstand aufholen

Bad Vilbel – Der Arzneimittel-Hersteller Stada will allen Bietern für das Unternehmen die gleiche Chance geben. Nachdem sich drei Finanzinvestoren als Kaufinteressenten gemeldet hätten, sollten sie nun ebenso Einblick in die Bücher bekommen wie potenzielle Käufer, teilte Stada am Samstag mit.

"Der transparente und faire Prozess (...) stellt sicher, dass alle potenziellen Bieter den gleichen Informationsstand sowie die gleiche Gelegenheit erhalten, ihre Pläne für Stada zu präsentieren", erklärten der Vorstand und der Aufsichtsrat. Stada hofft, dass die Offerten dadurch am Ende noch höher ausfallen.

Das Unternehmen aus Bad Vilbel bei Frankfurt erteilte damit der Forderung des Finanzinvestors Advent eine Absage. Er hatte den Stada-Vorstand aufgefordert, sich bis Montag hinter sein konkretes, gut 3,6 Milliarden Euro schweres Übernahmeangebot zu stellen. "Es geht um das beste Angebot, nicht um das schnellste", sagte ein Stada-Sprecher.

Advent war am Donnerstag vorgeprescht und hatte ein erstes verbindliches Übernahmeangebot über 58 Euro je Aktie vorgelegt. Zusätzlich sollen die Aktionäre noch die Dividende für 2016 erhalten. Der Investor werde die Offerte nach dem erwarteten Verstreichen des Ultimatums nicht zurückziehen, sondern an dem Bieterverfahren teilnehmen, sagten zwei mit den Überlegungen vertraute Personen. "Advent ging es nur darum, mehr Bewegung in den Prozess zu bringen", betonte einer der Insider am Samstag. Die Beteiligungsgesellschaft wollte sich dazu nicht äußern. Sie hatte die Frist für die Gültigkeit des Angebots aber bereits in einer Mitteilung am Donnerstag nicht erwähnt.

Stada versucht, mit dem geordneten Verfahren wieder das Heft des Handelns in die Hand zu bekommen. Binnen weniger Tage hatten sich drei Bieter offenbart: Der britische Finanzinvestor Cinven hatte als erster unverbindlich sein Interesse an Stada angemeldet und 56 Euro je Aktie in Aussicht gestellt. Advent zog später mit dem dritten Interessenten Bain Capital gleich, der 58 Euro je Aktie bieten will. Als einziger aus dem Trio ist Advent allerdings schon so weit, dass er ein Übernahmeangebot vorlegen könnte. Die Beteiligungsgesellschaft hatte Finanzkreisen zufolge früher Einblick in interne Daten von Stada bekommen. Nun können die Konkurrenten den Informationsrückstand aufholen.

Der Ladival- und Grippostad-Hersteller folgt damit praktisch der Forderung seines größten Aktionärs, des mit mehr als fünf Prozent beteiligten aktivistischen Investors Active Ownership Capital (AOC). Er hatte Stada vor einer voreiligen Festlegung auf das Advent-Angebot gewarnt: "Eine Gleichbehandlung aller seriösen Interessenten ist durch den Vorstand sicherzustellen." Um möglichst hohe Offerten zu erhalten, solle Stada auch Interessenten aus der Arzneimittel-Branche "aktiv ansprechen". Laut Finanzkreisen hatte es im Aufsichtsrat Widerstände gegen die Verkaufspläne gegeben, während der Vorstand um Matthias Wiedenfels einer Übernahme offen gegenübersteht. (APA/Reuters, 25.2.2017)

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