Pompöses Fest zum 93. Geburtstag von Simbabwes Machthaber Mugabe

    25. Februar 2017, 18:20
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    Kritik an verschwenderischer Party

    Harare – Mit einer pompösen Feier hat der autoritär regierende Präsident von Simbabwe, Robert Mugabe, am Samstag seinen 93. Geburtstag gefeiert. Die Regierungspartei Zanu-PF organisierte das Fest nahe der zweitgrößten Stadt Bulawayo – zu den Gästen zählten tausende Anhänger des inzwischen ältesten Staatsoberhaupts der Welt.

    Die Party fand in einem großen Festzelt statt, das mit Porträts von Mugabe in jüngeren Jahren geschmückt war. Mit einem schwarzen Cowboy-Hut auf dem Kopf sprach Mugabe rund eine Stunde lang zu seinen Gästen, wobei er über lange Strecken Pausen einlegte und manchmal nuschelte. "Es ist nicht immer einfach vorherzusagen, ob man nächstes Jahr noch leben wird, auch wenn man heuer lebendig ist", sagte der 93-Jährige. Dies liege allein in der Macht Gottes.

    Zu seinem Geburtstag hatte der seit 37 Jahren an der Macht befindliche Präsident allerdings auch deutlich gemacht, dass er derzeit nicht daran denke, abzutreten. "Warum sollte ich, frage ich mich selbst", sagte er. Er will 2018 erneut bei den Präsidentenwahlen antreten. Zudem betonte Mugabe, dass er keinen Nachfolger bestimmen werde. Dies sei Aufgabe der Partei.

    Mugabe trug einen mit seinem Konterfei bedruckten Anzug in den Parteifarben schwarz, gelb, rot und grün. Auch seine Frau Grace und andere hochrangige Parteimitglieder waren im Staatsfernsehen im gleichen Outfit zu sehen. Organisiert wurde ein Festessen, zu dem auch riesige Geburtstagstorten zählten, darunter eine in Form von Mugabes Mercedes-Limousine.

    Schon Mugabes eigentlicher Geburtstag am vergangenen Dienstag hatte tagelange Feierlichkeiten sowie Lobgesänge auf den Präsidenten in den Staatsmedien nach sich gezogen. Die Kosten der Feierlichkeiten werden auf umgerechnet 1,9 Millionen Euro geschätzt. Der Regierungskritiker Promise Mkwananzi nannte die hohen Kosten der Feier "idiotisch und frivol".

    Bei Oppositionsgruppen und Anrainern stieß das Fest auf Protest. Angesichts der Nahrungsmittelknappheit in dem afrikanischen Land gab es etwa Kritik an dem verschwenderischen Festessen. Aktivisten gaben an, arme Bauern hätten Vieh für das Festmahl zur Verfügung stellen müssen.

    Kritik gab es auch an der Auswahl des Veranstaltungsortes in einer Schule. In der Nähe werden die sterblichen Überreste zahlreicher Regierungskritiker vermutet, deren Widerstand Mugabe Anfang der 80er Jahre blutig niederschlagen ließ.

    Nach Jahren der Rezession und Hyperinflation steckt Simbabwes Wirtschaft in einer tiefen Krise. Dieses Jahr könnte die Wirtschaft des südafrikanischen Landes um weitere 2,7 Prozent schrumpfen, schätzt der Internationale Währungsfonds. Infrastruktur, Schulen und Gesundheitsversorgung sind in desolatem Zustand. 80 Prozent der arbeitsfähigen Bevölkerung schlagen sich etwa als Straßenhändler oder Tagelöhner durch, und der Staat bezahlt seine Angestellten nur verspätet. (APA, 25.2.2017)

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