Teresa Stadlober glänzt mit Platz sechs im Skiathlon

25. Februar 2017, 11:56
43 Postings

Salzburgerin in Lahti nur rund 30 Sekunden hinter Bronze – Gold an Norwegerin Björgen, Pärmakoski mit erstem Edelmetall für Finnland

Lahti – Hervorragende Leistung von Teresa Stadlober im Skiathlon der Nordischen Ski-WM in Lahti: Die 24-jährige Radstädterin belegte am Samstag über 15 km (7,5 Klassik + 7,5 Skating) Rang sechs, etwa 30 Sekunden fehlten auf die Bronze-Medaille.

Es war das bisher beste WM-Resultat Stadlobers, bisher war Platz 13 über 30 Kilometer Skating 2015 in Falun ihr Topresultat gewesen. Erst eine Österreicherin war bei Weltmeisterschaften weiter vorne platziert, Maria Theurl war 1999 in der Ramsau über 15 km in der freien Technik Dritte geworden und hatte die bisher einzige Medaille für den ÖSV im Damenbereich gewonnen.

Den Sieg sicherte sich in Lahti die Norwegerin Marit Björgen, die im letzten Anstieg die Finnin Krista Pärmäkoski (+ 4,8 Sek.) entscheidend abhängte. Trotzdem wurde die Lokalmatadorin, die dem Gastgeberland die erste Medaille bescherte, von 35.000 Zuschauern im ausverkauften Stadion frenetisch gefeiert. Bronze ging an die Schwedin Charlotte Kalla (32,0), die in der Anfangsphase des Rennens gestürzt war.

Im Herrenbewerb holte sich der Russe Sergej Ustjugow nach Silber im Sprint seinen ersten Einzeltitel (30 km). Der 24-jährige setzte sich vor Martin Johnsrud Sundby durch. Der Norweger hatte Pech, kam in der entscheidenden Phase im Duell mit Ustjugow zu Sturz und brach dabei auch noch einen Skistock ab. Bronze ging mit großem Rückstand an den Norweger Finn Haagen Krogh. Der Österreicher Max Hauke kam auf Rang 31.

Rekordfrau Björgen

Die 36-jährige Björgen krönte mit ihrem 15. WM-Gold ihr Comeback, nachdem sie in der Vorsaison wegen der Geburt ihres ersten Kindes pausiert hatte. 14 Jahre nach ihrem ersten Titel baute "Königin Marit" ihre einzigartige Erfolgsbilanz aus und hat nun eine Goldmedaille mehr als die Russin Jelena Wälbe auf dem Konto. Kein anderer nordischer Wintersportler war erfolgreicher.

"Das war ein Traum von mir, seit ich Marius im Dezember 2015 bekommen habe", sagte Björgen: "Es ist nicht leicht, Mutter und gleichzeitig Top-Athletin zu sein. Ich wohne hier nicht bei meiner Familie. Heute morgen habe ich ihnen geschrieben, dass ich sehr nervös bin. Dann kam ein Foto von Marius zurück mit der Botschaft, dass alles gut wird. Da sind mir die Tränen gekommen."

Von Beginn an hatte Björgen bei herrlichem Winterwetter wie üblich ein überaus hohes Tempo vorgelegt, am letzten Anstieg schüttelte sie dann auch Parmakoski, ihre letzte Begleiterin ab. Gesamtweltcup-Spitzenreiterin Heidi Weng (+1:05,4 Minuten) ging als Fünfte überraschend leer aus.

Björgens Landsfrau Therese Johaug, die bei der WM 2015 den Skiathlon gewonnen hatte, fehlte wegen eines Dopingvergehens und ist noch bis zum kommenden November gesperrt.

"Nur nicht Siebente werden"

Stadlober strahlte nach dem Rennen übers ganze Gesicht. Sie hatte im Sprint einer Vierer-Gruppe um den vierten Rang noch die Teilnahme an der Siegerehrung der Top sechs gesichert: "Da habe ich noch einmal das Letzte aus mir herausgeholt, ich habe mir gedacht, nur nicht Siebente werden."

Die Ex-Junioren-Weltmeisterin (+1:05,4 Min.) lief von Beginn an unter den ersten zehn mit. Es gelang ihr, in einer Dreier-Gruppe mit der Russin Julia Tschekalewa (7.) und der Schweizerin Nathalie von Siebenthal (4.) sogar zur Weltcup-Spitzenreiterin Weng aufzuschließen, der sie sich im Finish knapp geschlagen geben musste. "Das war Skiathlon auf höchstem Niveau und ein unglaubliches Tempo von Anfang an", sagte Stadlober. "Wir haben uns in der Gruppe voll gematcht und im Skating ein gutes Tempo gefunden. Das hat tadellos funktioniert. Ich habe gar nicht damit gerechnet, dass das passiert."

Ihre nächsten Programmpunkte: Der klassische Lauf über 10 km am Dienstag und der Massenstart (30 km, Freistil) am Samstag.

Vater und Trainer Alois Stadlober: "Ich habe gewusst, dass sie gut laufen kann. Dass es gleich im ersten Rennen ein sechster Platz wird, ist super. Das wird Teresa noch mehr motivieren." (APA, sid, red, 25.2. 2017)

Ergebnisse Nordische Ski-WM in Lahti vom Samstag :

Langlauf, Skiathlon Damen (15 km):

1. Marit Björgen (NOR) 37:57,5 Min.
2. Krista Pärmäkoski (FIN) + 4,8 Sek.
3. Charlotte Kalla (SWE) 32,0
4. Nathalie von Siebenthal (SUI) 1:05,0 Min.
5. Heidi Weng (NOR) 1:05,1
6. Teresa Stadlober (AUT) 1:05,4
7. Julia Tschekalewa (RUS) 1:05,7
8. Astrid Uhrenholdt Jacobsen (NOR) 1:11,1
9. Anastasia Sedowa (RUS) 1:15,3
10. Masako Ishida (JPN) 1:21,8

Skiathlon Herren (30 km):

1. Sergej Ustjugow (RUS) 1:09:16,7 Std. – 2. Martin Johnsrud Sundby (NOR) +6,7 Sek. – 3. Finn Haagen Krogh (NOR) 31,8 – 4. Sjur Röthe (NOR) 33,1 – 5. Alex Harvey (CAN) 33,3 – 6. Didrik Tönseth (NOR) 33,5 – 7. Marcus Hellner (SWE) 33,7 – 8. Andrej Larkow (RUS) 36,1 – 9. Lari Lehtonen (FIN) 37,2 – 10. Giandomenico Salvadori (ITA) 37,3.

Weiter:

31. Max Hauke (AUT) 3:40,8 Min.

  • Teresa Stadlober (links) im Zielsprint gegen die Norwegerin Hedi Weng.
    foto: apa/schlager

    Teresa Stadlober (links) im Zielsprint gegen die Norwegerin Hedi Weng.

  • "Das pure Glück": Die nordische Königin Marit Björgen mit Sohnemann Marius.
    foto: reuters/pfaffenbach

    "Das pure Glück": Die nordische Königin Marit Björgen mit Sohnemann Marius.

Share if you care.