Niederlande: Unterhaus für Legalisierung des Cannabis-Anbaus

    24. Februar 2017, 18:38
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    Abstimmung im Oberhaus vor Neuwahlen Mitte März unwahrscheinlich

    Den Haag – Das Unterhaus des niederländischen Parlaments hat sich am Dienstag mit knapper Mehrheit für die Legalisierung eines umfangreicheren Anbaus von Cannabis-Pflanzen ausgesprochen. 77 Abgeordnete stimmten für die Vorlage und 72 dagegen, wie der Sender NOS berichtete. Die Initiative ging von der Abgeordneten Vera Bergkampf von der Partei D66 aus.

    Das Gesetz bedarf noch der Zustimmung des Oberhauses. Dort ist ein Votum vor den Neuwahlen am 15. März aber unwahrscheinlich.

    1976 entkriminalisiert

    In den Niederlanden wurde Marihuana zum persönlichen Gebrauch 1976 während der Hippiebewegung entkriminalisiert. Seither dürfen bis zu fünf Gramm in Coffeeshops verkauft und bis zu fünf Pflanzen angebaut werden. Inzwischen gibt es etwa 600 Coffeeshops im Land mit einem Jahresumsatz von mehreren hundert Millionen Euro. Die Coffeeshops locken auch Touristen aus dem Ausland an.

    Das in dem Gesetz vorgesehene System sieht eine staatliche Kontrolle der Cannabis-Zucht vor. "Für die Gesundheit der Bürger wird es besser sein zu wissen, woher die Pflanzen stammen", sagte Bergkamp. Gegner der Initiative verweisen darauf, dass die Zucht von Cannabis-Pflanzen nicht mit internationalen Rechtsverpflichtungen im Einklang stehe und dazu führen könne, dass es mehr jugendliche Drogenabhängige gebe. Zahlreiche niederländische Kommunen sind dafür, Lizenzen für den Anbau ausgeben zu dürfen, um die Macht krimineller Banden bei der Marihuana-Produktion zu brechen. (APA, AFP, 24.2.2017)

    • Hanfpflänzchen (Symbolbild)
      foto: reuters/baz ratner

      Hanfpflänzchen (Symbolbild)

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