Steinzeitkünstler malten vor 38.000 Jahren wie Pissarro oder Van Gogh

26. Februar 2017, 16:08
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Schon im Jungpaläolithikum entstanden Bilder im Stil des Pointilismus

Paris – Der Pointilismus wurde nicht erst rund um 1900 von Van Gogh, Georges Seurat oder Camille Pissarro erfunden, sondern ist offenbar um einiges älter: Funde prähistorischer Steinmalereien in Südwestfrankreich zeigen, dass Menschen schon vor 38.000 Jahren ähnliche Maltechniken benutzt haben. Auf Kalksteinblöcken aus der Steinzeit fanden die Archäologen Tierbilder, die ausschließlich mittels vieler einzelner Punkte gemalt oder graviert wurden. Die Ergebnisse wurden im Fachblatt "Quaternary International" veröffentlicht.

Diese Methode erinnerte die Forschern stark an den Pointillismus in der modernen Malerei. Künstler nutzten dabei eine Technik vieler kleiner Punkte, aus denen sich dann ein größeres Bild ergibt. "Wir kennen die Technik dieser Künstler sehr gut", erklärte der Anthropologe Randall White von der New York University, der die Forschungen seit 2014 leitet. "Aber jetzt können wir bestätigen, dass diese Form der Bildmalerei bereits von Europas frühester Kultur, dem Aurignacien, praktiziert wurde."

Zahlreiche neue Funde

Whites Entdeckungen hätten den bekannten Bestand alter Malereien im Südwesten Frankreichs in den vergangenen zehn Jahren um vierzig Prozent erweitert, hieß es weiter. Sein internationales Team fand demnach unter anderem 16 Kalksteinblöcke in den Felsüberhängen Abri Blanchard und Abri Cellier nicht weit von der berühmten Höhle von Lascaux mit ihren Höhlenmalereien aus der archäologischen Kulturstufe Magdalenien.

Vor einigen Wochen hatte das Team mitgeteilt, eine Punktmalerei von einem Auerochsen oder einer Wildkuh gefunden zu haben. Nun kam eine Abbildung eines Wollhaarmammuts hinzu. Mit einer Radiokarbonmethode wurde das Alter der Malereien auf 38.000 Jahre datiert. (APA, red, 26.2.2017)

  • An diesem Beispiel –  ein Wollhaarnashorn – wird besonders deutlich, dass die Steinzeitkünstler bereits vor 38.000 Jahren einen Darstellungsstil nutzten, der um 1900 unter der Bezeichnung Pointilismus neu erfunden wurde.
    foto: c. fritz

    An diesem Beispiel – ein Wollhaarnashorn – wird besonders deutlich, dass die Steinzeitkünstler bereits vor 38.000 Jahren einen Darstellungsstil nutzten, der um 1900 unter der Bezeichnung Pointilismus neu erfunden wurde.

  • Manchmal wurden die Punkte nicht gemalt, sondern in den Kalkstein graviert. Dieses Bild stellt einen Auerochsen dar, das untere den Vorderteil eines Mammuts.
    foto: r. bourrillon

    Manchmal wurden die Punkte nicht gemalt, sondern in den Kalkstein graviert. Dieses Bild stellt einen Auerochsen dar, das untere den Vorderteil eines Mammuts.

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    foto: r. bourrillon
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