Milliarden-Abschreibung dürfte Deutscher Telekom Bilanz verhageln

24. Februar 2017, 14:29
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BT-Beteiligung verlor drastisch an Wert – Analysten sehen trotzdem höhere Dividende

Eine Milliarden-Abschreibung dürfte der Deutschen Telekom bei der Vorstellung der Jahreszahlen am Donnerstag die Partystimmung vermiesen. Grund für die Ergebnisbelastung ist der Absturz der Aktien von BT im vorigen Jahr nach der Brexit-Abstimmung.

Beteiligung von 12 Prozent

Die Deutschen halten eine Beteiligung von 12 Prozent am Telefon-Riesen von der Insel, die nun nach Berechnungen der Bank Macquarie etwa 3 Mrd. Euro an Wert verloren hat. Ebenfalls negativ ausgewirkt habe sich der Verfall des britischen Pfunds. Die Telekom erhielt ihre BT-Beteiligung im Zuge des Verkaufs ihres Anteils am britischen Mobilfunker EE. In den Telekom-Büchern war das BT-Aktienpaket mit 7,4 Mrd. Euro bewertet.

Dem Rückschlag im Vereinigten Königreich steht ein Boom auf der anderen Seite des Atlantiks gegenüber. Der US-Ableger der Deutschen glänzte nämlich auch voriges Jahr mit rasanten Kundenzulauf. Der Betriebsgewinn (bereinigtes Ebitda) zog in der Folge um 40 Prozent auf 10,4 Mrd. Dollar (9,8 Mrd. Euro) an. Der Schub schlägt sich in der Bilanz der Bonner Konzermutter nieder, hier dürfte die vergleichbare Kennzahl laut einer von der Telekom zur Verfügung gestellten Analystenumfrage um 8 Prozent auf 21,5 Mrd. Euro steigen. Der Jahresumsatz dürfte um fünf Prozent auf 72,7 Mrd. Euro steigen, womit die Telekom ihre Position als größter Telefonkonzern Europas verteidigt.

Dividende soll auf 60 Cent steigen

Niederschlagen dürfte sich der US-Erfolg auch in den Ausschüttungen an die Aktionäre. Die Dividende für 2016 dürfte nach Schätzungen von Analysten um fünf Cent auf 60 Cent je Aktie steigen. Wenig wird Konzernchef Tim Höttges aber zum größten Thema des Jahres bei seinem Unternehmen sagen, nämlich der Zukunft der Tochter T-Mobile US.

Nach Aussage von Insidern bahnt sich in den USA ein Zusammenschluss an: Der japanische Telekom-Riese Softbank bereitet demnach den Verkauf der Mehrheit an seinem US-Mobilfunker Sprint an die Telekom-Tochter vor. Softbank arbeite an einem solchen Deal mit T-Mobile US, hatten mehrere mit der Situation vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters vor einer Woche gesagt. Der japanische Eigentümer sei unzufrieden, da Sprint es nicht geschafft habe, den Marktanteil in den USA auszubauen, sagte eine der Personen.

Der Deal wäre sehr groß: Sprint ist an der Börse 36 Mrd. Dollar wert, T-Mobile US sogar 50 Milliarden Dollar (47 Milliarden Euro). Die Telekom hält an ihrem Ableger zwei Drittel der Aktien, muss sich derzeit aber über die nächsten Schritte bedeckt halten, da eine Versteigerung von Frequenzen in den USA offiziell erst im April endet. (APA/Reuters, 24.2.2017)

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