ORF Online protestiert weiter gegen Fusion mit Programmservice

24. Februar 2017, 13:30
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Die Belegschaft der Onlinetochter des ORF sieht die journalistische Unabhängigkeit in Gefahr

Wien– Die Belegschaft der ORF Online und Teletext GmbH & Co KG macht weiter gegen die Fusionspläne der ORF-Geschäftsführung mit der ORF Programmservice GmbH & Co KG mobil – der STANDARD berichtete darüber. Nach einer Betriebsversammlung am Donnerstag heißt es in einer Aussendung: "Nicht nur wird die angestrebte Effizienz durch eine zweite Geschäftsführung bezweifelt, vielmehr sehen Kolleginnen und Kollegen dadurch auch die journalistische Unabhängigkeit gefährdet. Eine Einmischung von Marketinginteressen in die redaktionelle Arbeit muss kategorisch ausgeschlossen bleiben."

Die Installierung einer zweiten Geschäftsführung widerspreche der Prämisse, die Struktur des ORF und seiner Tochterunternehmen zu verschlanken: "Die, laut unserem Wissensstand, zwingende gemeinsame Entscheidung beider Geschäftsführer hätte vor allem in Personalangelegenheiten, beim Stellenplan und in Zukunftsinvestitionen unmittelbare Auswirkungen auf das gesamte Unternehmen. Die bisherige, durchwegs erfolgreiche Entwicklung des Unternehmens wäre dadurch gebremst und in weiterer Folge möglicherweise gefährdet."

Die Belegschaft verlangt von der ORF-Führung, die "bisher verweigerten Gespräche mit den Belegschaftsvertretern (in Gestalt von Betriebsrat und Redakteursvertretung) aufzunehmen und alles zu unternehmen, um die journalistische Glaubwürdigkeit von ORF Online und des ORF insgesamt nicht zu gefährden".

Der ORF erklärte zuletzt, dass es um eine "Strukturoptimierung bei den ORF-Tochtergesellschaften" gehe, die auch einheitliche kollektivvertragliche Regelungen für die Mitarbeiter bringe. (red, 24.2.2017)

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