Mutter-Kind-Pass: Welche Reform wünschen Sie sich?

User-Diskussion1. März 2017, 09:00
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Das Vorsorgeinstrument für Schwangere und Kinder wird reformiert. Welche Neuerungen braucht es?

Seit mehr als 40 Jahren ist das kleine gelbe Büchlein für Schwangere, Kinder und Ärzte nicht mehr wegzudenken. Das ursprüngliche Ziel des Mutter-Kind-Passes lautete, die Säuglings- und Müttersterblichkeit zu senken. Doch seit der Einführung des Passes 1974 haben sich Lebensrealitäten verändert, und darauf sollen nun auch die Vorsorgeuntersuchungen abgestimmt und verändert werden.

Bereits 2014 gab es eine Neuerung, in der die kostenlose Hebammenberatung im Mutter-Kind-Pass aufgenommen wurde. Dies stellt insofern eine Besonderheit dar, da es ein erster Schritt für eine interdisziplinäre Betreuung für Schwangere war. Noch nicht implementiert ist etwa ein Frühförderprogramm für Kinder. Dies ist Teil der Reform, die das Gesundheits- und Familienministerium für 2018 plant.

Beratungspflicht über Impfen und Ernährung

Ein weiterer Reformpunkt könnte auch das Impfprogramm betreffen. In Österreich gibt es keine Impfpflicht, aber selbst darüber wird gerade offen diskutiert. Einen Grund dafür lieferte die besorgniserregende Anzahl an Masernfällen. Bereits 55 Fälle wurden dieses Jahr verzeichnet. Eine Möglichkeit, der steigenden Impfmüdigkeit entgegenzuwirken, wäre die Möglichkeit, ein verpflichtendes Beratungsgespräch im Mutter-Kind-Pass zu verankern. Das Hilfswerk Österreich kann sich eine Beratungspflicht auch für gesunde Ernährung und Bewegung für Eltern im neuen Mutter-Kind-Pass vorstellen, um Übergewicht bei Kindern zu vermeiden.

Aktueller Stand: Vorsorgeuntersuchungen für Schwangere und für Kleinkinder werden im Mutter-Kind-Pass dokumentiert und bieten einen Überblick über Blutbefunde, gynäkologische Untersuchungsergebnisse, Status von Risikofaktoren, Geburt und schließlich für Untersuchungsergebnisse des Kindes bis zum fünften Lebensjahr. Für den vollständigen Erhalt des Kinderbetreuungsgeldes ist der Nachweis der fünf Untersuchungen in der Schwangerschaft und weiterer fünf Untersuchungen des Kindes in den ersten 14 Lebensmonaten notwendig. Dokumentiert werden aber auch alle weiteren Untersuchungen.

Welche Reformen wünschen Sie sich für den neuen Mutter-Kind-Pass?

Was ist überholt, und was braucht es für die optimale Betreuung Schwangerer und Kinder? Wie stehen Sie zum derzeit diskutierten verpflichtenden Impfgespräch? Nehmen Sie mehr als die empfohlenen Untersuchungen in Anspruch? Sollen monetäre Leistungen an der Inanspruchnahme von Untersuchungen und Beratungsgespräche gekoppelt sein? (Judith Handlbauer, 1.3.2017)

  • Was soll der neue Mutter-Kind-Pass enthalten?
    foto: matthias cremer

    Was soll der neue Mutter-Kind-Pass enthalten?

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