Von eins bis elf

Kolumne23. Februar 2017, 18:09
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Yksi, kaksi, kolme – viel weiter braucht man als Biertrinker in Lahti nicht auf Finnisch zählen zu können – mehr geht sich im Lokal finanziell ohnehin kaum aus. Dies, obwohl Hartwall in der Stadt sitzt. Der Getränkehersteller gebietet auch über die Biermarke Lapin Kulta. Die ist schon kultig, heißt aber ins Deutsche übersetzt "Gold Lapplands" und stammt aus Tornio im Norden Finnlands, das wiederum gut 600 Kilometer und mithin ein ganzes Stück weit weg von Lahti ist. Seit Jahren wird in der Lapinkullankatu, in der Lappengoldstraße, zu Tornio kein Bier mehr gebraut. Das wird jetzt in der Kasaajankatu in Lahti besorgt, ganz profan in der Stapelstraße und ganz ohne mäßigenden Einfluss auf die Ausschankpreise vor Ort.

Da ist es nur recht und billig, aber auch recht billig, im staatlichen Alko-Shop den Nachschub zu besorgen. Schließlich hat nicht jeder Zugang zu den Quellen, die sich in diversen Vertretungen der Nationen dieser WM auftun. Bei manchen werden die Quellen auch schon sprudeln müssen, wenn bei den Bewerben nur die Plätze neljä, viisi und kuusi herausgeschaut haben. Bei Championaten dieser Art gibt es neben Medaillen eben auch Auszeichnungen für Vierte, Fünfte und Sechste.

Die Ränge seitsemän, kahdeksan und yhdeksän bringen gar nichts mehr ein, sie werden unter "ferner liefen" und sprangen verbucht. Immerhin kann man dann irgendwann behaupten, man wäre in Lahti joukossa kymmenen, unter den ersten zehn, gewesen. Aber das zählt bekanntermaßen yksitoista.

Viel mehr Finnisch ist für den Anfang übrigens gar nicht nötig. Außer kippis und kiitos vielleicht. Prost und Danke sollte man noch können. Das reicht dann aber. (Sigi Lützow, 24.2.2017)

  • Einmal durchzählen bitte!
    foto: ap/matthias schrader

    Einmal durchzählen bitte!

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