Diskussion über Nationalstadion: Wien statt Sport

Kommentar23. Februar 2017, 17:42
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Der möglichen Errichtung eines neuen Stadions im Prater hat Mailath-Pokorny eine Absage erteilt

Die Machbarkeitsstudie, die schon vor einem halben Jahr auf dem Tisch liegen sollte, ist noch nicht erstellt. Das ficht Andreas Mailath-Pokorny nicht an. Der möglichen Errichtung eines neuen Nationalstadions im Prater hat er im Standard-Interview eine Absage erteilt. "Wir müssen und wollen mit dem Happel-Stadion weitermachen", sagt der SPÖ-Politiker. Dabei ist das zwischen 1929 und 1931 errichtete Stadion alles andere denn ein Schmuckstück und weit entfernt von multifunktional, es wurde zigmal umgebaut oder renoviert, zuletzt vor der Fußball-EM 2008 um knapp vierzig Millionen Euro.

Der Bund verabsäumte es, die EM für den Bau einer modernen Arena zu nützen, und stellte Jörg Haider in Klagenfurt ein 92 Millionen Euro teures Stadion für drei EM-Spiele hin. Auch die Folgen dieser Misswirtschaft badet Wien nun aus. Warum Mailath-Pokorny das nicht sagt? Vielleicht weil es auch in der Stadt mit Planung im Bereich Sportinfrastruktur nicht weit her ist.

Rapid und Austria erhielten zwecks Neu- und Umbau insgesamt fünfzig Millionen Euro. Erreicht einer vielleicht doch die Champions League, wird selbst gegen Real oder Bayern vor 24.000 Zusehern in Hütteldorf oder vor 15.000 in Favoriten gekickt. Dabei steht im Prater ein Stadion mit zwei- bis dreifachem Fassungsvermögen – leider ist es nicht zeitgemäß. Andere Sportarten schauen sowieso durch die Finger. Sportstadt Wien? Die drei Silben lassen sich auch anders reihen. (Fritz Neumann, 23.2.2017)

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