Verhandlungen für Gratislaptops laufen

24. Februar 2017, 13:52
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Viele offene Fragen, bis Sommer soll Konzept stehen

Die Regierung hat sich vorgenommen, bis 2018 kostenlose Tablets und Laptops für alle Schülerinnen und Schüler der fünften bzw. neunten Schulstufe bereitzustellen. Derzeit würden laut Bildungsministerium erste Gespräche zu Public-private-Partnership-Finanzierungen laufen. Die Ausstattung von rund 86.000 Schülern der fünften Schulstufe mit Tablets und rund 84.000 Schülern der neunten Schulstufe mit Laptops würde vorsichtig gerechnet 100 Millionen Euro kosten. Man sei aber überzeugt davon, dass die Kosten noch geringer werden.

Grundsätzlich wird dieses Vorhaben von Experten und Pädagogen begrüßt. "Es muss aber ein gut durchdachtes Paket sein", sagt Ernst Karner, Geschäftsführer von "IT in der Bildung". Denn ein mobiles Endgerät garantiere nicht, dass dadurch auch digitale Kompetenzen vermittelt würden. "Das ist wie mit einem Schulbuch, das macht noch keinen guten Unterricht aus", sagt Karner. Entscheidend werde sein, wieweit diese Geräte didaktisch und methodisch von der Lehrkraft in den Unterricht eingebunden würden, denn sonst würden sie ausschließlich zu Spielzeugen der Schüler. Fortbildung müsse daher weiter forciert werden.

Und was passiert, wenn ein Gerät kaputt wird, sich die Eltern aber kein neues leisten können, gibt er zu bedenken. Oder der Schüler sein Gerät einfach vergisst. Darüber hinaus brauche es dafür an den Schulen auch Systemadministratoren, die Geräte updaten und warten können. "An den Bundesschulen gibt es noch Systemadministratoren, bei den Pflichtschulen aber nicht mehr", sagt er.

Die Geräte werden im Eigentum der Schüler sein, heißt es dazu aus dem Ministerium. Weitere Details müssten noch geklärt werden. So auch Möglichkeiten, wie und ob Lehrpersonen im Unterricht auf diese Geräte zugreifen können. Internationale Vorbilder für die Gratistablets und -laptops gibt es laut Bildungsministerium aber nicht. Bis Sommer soll jedenfalls ein konkreter Vorschlag ausgearbeitet sein. (Gudrun Ostermann, 24.2.2017)

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