Flüchtlingsankünfte in Italien heuer deutlich gestiegen

23. Februar 2017, 17:07
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35 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum der vergangenen zwei Jahre. Die IOM hat dafür keine Erklärung

Rom/Genf/Wien – Für Aufsehen sorgte Mitte der Woche die Verkündung des italienischen Innenministeriums, dass seit Jahresbeginn 10.700 Flüchtlinge über die zentrale Mittelmeerroute das Land erreicht haben. Das sind etwa 35 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum der vergangenen zwei Jahre.

Die Internationale Organisation für Migration (IOM) geht bei ihren Zahlen sogar von einem Anstieg von bis zu 50 Prozent aus und rechnet bis Ende Februar mit bis zu 12.000 Ankünften in Italien. Erklären könne man sich diese Entwicklung nicht, sagt Joel Millman von IOM zum STANDARD.

Heuer 272 Tote im Mittelmeer

Einen Zusammenhang mit einer Anfang Februar beschlossenen Kooperation zwischen Libyen und der EU, um die Flüchtlingsbewegungen über Libyen zu stoppen, schließt er aber aus. Und: "Was wir beobachtet haben, ist, dass Schlepper immer mehr Flüchtlinge in den Booten mitnehmen. Dadurch sterben auch mehr Menschen." Laut IOM gab es heuer bereits 272 Tote oder Vermisste im Mittelmeer.

Für die nächsten Monate erwartet Millman einen weiteren Anstieg der Flüchtlingszahlen in Italien, wie er eigentlich immer im Frühjahr erfolgt. 2016 wurde mit 181.000 Ankünften ein neuer Höchststand erreicht. 2015 waren es 170.000 Menschen, die die Küste Italiens erreichten. (ksh, 23.2.2017)

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