Frankreichs Telekomkonzerne lauern auf neue Fusionschancen

23. Februar 2017, 12:55
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Orange: Konsolidierungsdruck in der Branche ungebrochen – Bouygues: Führen derzeit keine Verhandlungen mit Orange

Im hart umkämpften französischen Telekommarkt bringen sich die führenden Unternehmen für neue Fusionsgelegenheiten in Position. Branchenprimus Orange sieht einen ungebrochenen Konsolidierungsdruck unter den konkurrierenden Anbietern. "Die treibenden Kräfte sind immer noch vorhanden", sagte Konzernchef Stephane Richard.

Seinen Worten zufolge wäre Orange die erste Adresse, die von Zusammenschlüssen profitieren würde. Derzeit gebe es aber keine solchen Gespräche. Bouygues-Chef Martin Bouygues bestätigte, in der Angelegenheit keine Beratungen mit Orange zu führen. Vor einem Jahr waren Verhandlungen zwischen beiden Konzernen über eine Fusion der Telekomgeschäfte gescheitert.

Branche leidet unter einem Preiskampf

Zuletzt kamen Spekulationen auf, dass die vier großen Anbieter wieder gemeinsam Möglichkeiten ausloten, wie sich die Zahl auf drei reduzieren lässt. Die Branche leidet unter einem Preiskampf, der mit dem Start des Billiganbieters Iliad 2012 begann.

Bouygues betonte nun erneut, dass die Telekomsparte stark genug sei, um auch allein zu bestehen. Frankreichs drittgrößter Mobilfunkbetreiber steigerte den Betriebsgewinn (EBITDA) 2016 um 22 Prozent auf 916 Millionen Euro. Zu der von der Eignerfamilie kontrollierten Bouygues-Gruppe gehören ferner das Baugeschäft und Frankreichs größter Privatsender TF1.

Netflix und Amazon

Die Telekombranche sieht sich verstärkter Konkurrenz durch Internetkonzerne wie Netflix und Amazon ausgesetzt, die weltweit mit neuen TV-Inhalten punkten. Vor diesem Hintergrund hatte Orange Insiderinformationen zufolge erwogen, dem Medienriesen Vivendi einen Anteil des Bezahlsenders Canal Plus abzukaufen. Einen solchen Schritt schloss Richard nun aber aus. Eine Ausweitung der Kooperation mit Canal Plus sei aber möglich, etwa auf das Sportrechtegeschäft. Hier erfährt der frühere Staatsmonopolist verstärkte Konkurrenz durch den Branchenzweiten SFR. Auch Orange steigerte das Ebitda 2016. Es legte auch dank Kostensenkungen um 1,3 Prozent auf 12,7 Mrd. Euro zu. (APA, 23.2. 2017)

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