Schweden zahlen wegen Negativzinsen absichtlich zu hohe Steuern

23. Februar 2017, 14:06
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Bürger und Firmen parken ihr Geld bei den Behörden, um etwas höhere Zinsen zu ergattern

Wien – Die Schweden greifen wegen der Nullzinsen zu ungewöhnlichen Maßnahmen. Firmen und Haushalte zahlen absichtlich zu hohe Steuern. Für die überschüssigen Abgaben bekamen sie von den Behörden nämlich bis vor kurzem Zinsen von einem halben Prozent. Das ist deutlich mehr, als sie auf einem durchschnittlichen Sparbuch erhalten.

Der schwedische Finanzminister verbuchte deshalb im Vorjahr einen doppelt so hohen Überschuss im Haushalt wie geplant, wie die Financial Times berichtet. Die Behörden müssen nun umgerechnet mehr als vier Milliarden Euro zurückzahlen – inklusive Zinsen. Schweden hat seit 2015 negative Leitzinsen. Sie betreffen in erster Linie Banken, wirken sich aber auch auf die Zinsen für Normalbürger und Firmen aus.

Behörde zahlt keine Zinsen mehr auf Überschusssteuern

Mittlerweile haben die schwedischen Behörden die Zinsen auf überschüssige Steuern der Bürger und Unternehmen auf null gesenkt. Für einige große Firmen wird das aber keine Rolle spielen. Sie haben auch in anderen europäischen Ländern immer wieder das Problem, dass sie größere Summen nicht mehr bei Banken parken können, außer sie zahlen dafür Strafzinsen.

Für einzelne Firmen dürften also auch die Nullzinsen der Behörden attraktiv sein. In Österreich wurde im Vorjahr bekannt, dass die Raiffeisen Bank International Firmen achtstellige Beträge nicht mehr kurzfristig anlegen lässt. (sat, 23.2.2017)

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