Mehrere Tote bei Bombenanschlag in Pakistan

    23. Februar 2017, 13:55
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    30 Verletzte bei Explosion in wohlhabender Einkaufsgegend von Lahore

    Lahore – Bei einem Bombenanschlag im pakistanischen Lahore sind am Donnerstag nach offiziellen Angaben acht Menschen getötet worden. Es gab zudem mehr als ein Dutzend Verletzte, wie der Justizminister der Provinz Punjab, Rana Sanaullah, mitteilte. Die Zeitzünder-Bombe detonierte Polizeiangaben zufolge am Donnerstag in oder nahe einem teuren Restaurant in dem schicken Stadtteil Defence.

    Die Provinzregierung hatte zunächst getwittert, ein Generator sei explodiert. Medien berichteten, die Bombe sei unter einem Gebäude platziert worden, das sich noch im Bau befand.

    Vermehrt Anschläge

    Der Anschlag ereignete sich einen Tag nach der Ankündigung der pakistanischen Armee, einen landesweiten Militäreinsatz gegen Extremisten gestartet zu haben. Pakistan erlebt seit knapp zwei Wochen ein Wiederaufleben des Terrors. Bei mindestens acht Anschlägen waren bisher mehr als 110 Zivilisten und Sicherheitskräfte getötet worden. Erst am Dienstag vergangener Woche kamen bei einem Anschlag auf Polizisten und Demonstranten in Lahore 13 Menschen ums Leben.

    "Es war ein Bombenanschlag", sagte Polizeisprecher Nayab Haider. In Fernsehberichten waren ein Gebäude zu sehen, aus dem Rauch aufstieg, sowie mehrere zerstörte Autos mit zersplitterten Scheiben. Die Explosion ereignete sich in einem Vorort Lahores mit teuren Geschäften und Cafés und löste Panik unter den Menschen in der zweitgrößten Stadt des Landes aus.

    Noch niemand zu Anschlag bekannt

    "Oh mein Gott, ich habe so viele Leichen gesehen", sagte Imtiaz Ali, der in einem Friseursalon gegenüber vom Tatort arbeitet. Das auf einem Marktplatz befindliche Gebäude, in dem die Bombe hochging, sei derzeit gerade renoviert worden, sagte der 34-Jährige der Nachrichtenagentur AFP. Der Markt sei voller Menschen gewesen, darunter auch Kinder. Zu dem Anschlag bekannte sich zunächst niemand.

    Pakistan war bereits in der vergangenen Woche von einer Serie schwerer Anschläge erschüttert worden. Bei einem Anschlag in Lahore und einem weiteren Anschlag auf einen Sufi-Schrein in Sehwan in der südlichen Provinz Sindh wurden mehr als hundert Menschen getötet. Die sunnitische Jihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) bekannte sich zu dem Anschlag auf den Schrein.

    Luftangriffe auf Extremistengebiete

    Nach den Anschlägen hatten die pakistanischen Behörden nach eigenen Angaben bei Razzien dutzende "Terroristen" getötet. Überdies flog die Armee Luftangriffe auf Rückzugsgebiete von Extremisten entlang der afghanischen Grenze.

    Die Regierung in Islamabad wirft dem Nachbarland vor, Extremisten Unterschlupf zu gewähren, die für die Anschläge in Pakistan verantwortlich seien. Ein Sprecher des pakistanischen Außenministeriums wiederholte diesen Vorwurf am Donnerstag. Ähnliche Vorwürfe erhebt auch die Gegenseite.

    Die pakistanische Armee hatte am Mittwoch einen landesweiten Militäreinsatz gegen Extremisten gestartet. Beobachtern zufolge will die Armee mit dem Einsatz die Bewegungsfreiheit von Aufständischen im Land einschränken. (APA, 23.2.2017)

    • Mit dem Bombenanschlag in der Stadt Lahore geht die Serie von Gewalttaten in Pakistan weiter.
      foto: apa/afp/arif ali

      Mit dem Bombenanschlag in der Stadt Lahore geht die Serie von Gewalttaten in Pakistan weiter.

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