Homosexualität in "Overwatch": "Normale Dinge sind normal"

    23. Februar 2017, 11:01
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    Game-Director Jeff Kaplan spricht über die "Kontroverse" um den populären Shooter, die keine ist

    Die Charaktere im Multiplayer-Shooter "Overwatch" zeichnen sich für viele Spieler durch ihre Diversität aus. Anstelle lediglich bunte Hüllen mit Waffen in den Händen zu kreieren, ließen die Entwickler den Helden ausführliche Hintergrundgeschichten angedeihen – ein Teil davon ist auch deren sexuelle Orientierung. Letztere sorgte bereits während der mehrmonatigen Testphase für reichlich Diskussionen innerhalb der Community. Eine "Kontroverse", die nie beabsichtigt war, verriet Game-Director Jeff Kaplan vergangenen Mittwoch im Rahmen der Keynote der Branchenkonferenz DICE.

    "Ich denke, es ist wirklich interessant, dass Leute denken, dass Diversität das Ziel des 'Overwatch'-Teams war. Das war es nicht. Es war uns nur wichtig, ein Spiel und ein Spieluniversum zu kreieren, in dem sich jeder willkommen fühlt. Tatsächlich waren Inklusivität und Aufgeschlossenheit unser Ziel", sagt Kaplan.

    Sexualität ist nichts Außergewöhnliches

    Den Entwicklern sei es wichtig gewesen, die Charaktere in einen glaubhaften Kontext zu setzen. Um beispielsweise tiefer in die Persönlichkeit der populären Heldin Tracer einblicken zu lassen, brachte man unter dem Titel "Reflections" ein Comicbuch heraus. "Reflections ist zustande gekommen, um zu enthüllen, dass Tracer eine Partnerin hat und keinen Partner, wie es viele Spieler angenommen hatten", so Kaplan. "Und das ist alles Teil dessen, was wir im Team als 'normale Dinge sind normal' erachten. Es ist wichtig, normale Dinge als normal zu zeigen, damit sie normal werden." Denn herausragend an Tracer sei nicht ihre sexuelle Orientierung, sondern, dass sie eine zeitreisende Superheldin ist.

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    Jeff Kaplans Vortrag auf der DICE.

    Gegen den Strom

    Wie besonders es für die Branche war, homo- und transsexuelle Charaktere in vorderster Reihe zu zeigen, sei Kaplan tatsächlich erst in der Vorbereitung für seinen aktuellen Vortrag so richtig bewusst geworden. "Ich bereitete mich auf diesen Vortrag vor und nahm mir einen Moment Zeit, um einige der Shooter der letzten zehn Jahre zu studieren – einige meiner liebsten Spiele aller Zeiten. Dabei fiel mir bei der Zusammenstellung der Verpackungen ein Trend auf: Auf den Covers sticht ein männlicher Soldaten hervor", so Kaplan. "Es ist wirklich etwas anderes, einen weiblichen LGBT-Charakter auf dem Cover zu haben. Etwas, worauf wir sehr stolz sind." (zw, 23.2.2017)

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      screenshot: youtube / ign
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