Protestlager gegen umstrittene Ölpipeline in den USA geräumt

23. Februar 2017, 10:03
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Indigene und Umweltschützer verließen Camp gegen Dakota-Access-Pipeline

Chicago – Nach fast einem Jahr ist das Protestlager gegen den Bau einer umstrittenen Ölpipeline im Norden der USA geräumt worden. Die meisten Demonstranten verließen das Protestcamp gegen die Dakota-Access-Pipeline im Staat North Dakota am Mittwoch freiwillig. Rund zehn Aktivisten, die sich einem Ultimatum zur Räumung des Lagers widersetzten, wurden nach Behördenangaben festgenommen.

Nach monatelangen erbitterten Protesten von Ureinwohnern und Umweltschützern hatte die Regierung von Ex-Präsident Barack Obama das Pipeline-Projekt im Dezember vorläufig gestoppt. Sein Nachfolger Donald Trump ordnete jedoch kurz nach seinem Amtsantritt im Jänner per Dekret den Weiterbau an. Die Arbeiten am letzten Teilstück der Leitung wurden daraufhin umgehend wieder aufgenommen.

foto: reuters/terray sylvester
Die meisten Demonstranten verließen das Camp freiwillig.

Rund 20 Feuer

Am Mittwoch verließen die Demonstranten nun singend und trommelnd das Protestlager auf der vorgesehenen Pipeline-Route. Dabei setzten sie auch einige ihrer Zelte und Hütten in Brand. Nach Behördenangaben gab es rund 20 Feuer und mindestens zwei Explosionen. Ein siebenjähriger Bub und ein 17-jähriges Mädchen wurden demnach mit Verbrennungen ins Krankenhaus gebracht.

foto: reuters/terray sylvester
Einige Zelte und Hütten wurden in Brand gesteckt.

Vor Gericht

Indigene vom Stamm der Standing Rock Sioux hatten monatelang mit Unterstützung anderer Stämme und von Umweltaktivisten gegen die Pipeline demonstriert, die von North Dakota durch mehrere US-Staaten bis nach Illinois verlaufen soll. Dabei kam es auch zu gewalttätigen Auseinandersetzungen mit der Polizei, bei denen zahlreiche Menschen verletzt wurden. Die Ureinwohner wollen das Pipeline-Projekt nun vor Gericht bekämpfen.

Die knapp 1.900 Kilometer lange Leitung soll Ölfelder in North Dakota an der kanadischen Grenze mit einem Pipeline-Knotenpunkt in Illinois verbinden. Die Ureinwohner wehren sich erbittert gegen das Projekt, weil die Leitung durch heilige Stätten auf dem Land ihrer Vorfahren verlaufen soll. Zudem sorgen sie sich um ihr Trinkwasser. Die Indigenen fürchten, dass die Gewässer durch Leitungs-Lecks verseucht werden könnten.

foto: reuters/terray sylvester
Mit Trommeln und Gesang zogen die Indigenen aus dem Camp aus.

200 Lastwagenladungen Müll

Das Protest-Camp wurde im April in der Nähe eines Standing-Rock-Reservats errichtet. Die Räumung des Lagers wurde von den Behörden nun mit dem bevorstehenden jahreszeitlich bedingten Hochwasser in der Gegend begründet. Um Verschmutzungen zu verhindern, wurden seit Montag bereits mehr als 200 Lastwagenladungen Müll, abgerissene Hütten und anderer Schutt weggebracht. (APA, 23.2.2017)

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