Einzelhandel expandiert trotz stagnierender Umsätze

23. Februar 2017, 08:08
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RegioData: Derzeit sind 560 von über 800 befragten Unternehmen in Österreich auf Filialsuche

Wien – Die Mehrheit der österreichischen Einzelhändler ist – trotz stagnierender Umsätze und Konkurrenz durch Internetbestellungen – auf Filialsuche. 560 von mehr als 800 befragten Handelsunternehmen und handelsnahen Dienstleistungsbetrieben planen heuer Neueröffnungen, erhob RegioData Research. Vor allem Geschäfte aus dem Bereich "Fashion" (Bekleidung, Schuhe, Leder und Schmuck) sind auf Expansionskurs.

Marken wie Primark, TKMaxx und Hunkemöller, die in Österreich erst seit kurzem vertreten sind, wollen heuer auf dem heimischen Markt ebenso zusätzliche Shops eröffnen wie alteingesessene Textilhandelsriesen à la H&M, Zara und Mango. Parallel dazu drängen 2017 neue Anbieter auf den Markt – so haben der französische Sportdiskonter Decathlon und der norwegische Händler XXL bereits ihren Einstieg avisiert.

Gute Flächen sind rar

Neben dem Fashion-Bereich ist die Nachfrage nach Handelsflächen auch vonseiten der Systemgastronomie besonders groß. "In diesen beiden Branchen gibt es aber auch die größte Fluktuation – neue Konzepte lösen alte rasch ab", betont RegioData-Chef Wolfgang Richter.

Doch gute Flächen sind rar: Besonders begehrt sind laut RegioData innerstädtische Lagen und Einkaufszentren. Im Vordergrund stehe nicht mehr Flächenwachstum um jeden Preis, sondern die Qualität des Standortes. Vor allem der Shopping-Center-Markt ist aber bereits gesättigt.

Expansion ist daher weitgehend nur noch durch Verdrängung von Mitbewerbern auf bestehenden Flächen möglich. "Der Vorteil ist, das belebt den Markt", meinte Richter.

Trotz großer Ankündigungen ist der Studie zufolge aber letztlich ohnehin mit einer verhaltenen Expansion zu rechnen, da sich der Bekleidungshandel in den vergangenen fünf Jahren im Vergleich zu fast allen anderen Branchen umsatzmäßig am schwächsten entwickelt habe. (APA, 23.2.2017)

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