Caritas startet Hungernothilfe für Afrika, Südsudan im Fokus

22. Februar 2017, 16:46
12 Postings

"Licht für die Welt"-Mitarbeiterin: "Extreme Herausforderungen"

Wien/Juba – Die Caritas hat eine Spendenkampagne gestartet, um den Hunger in afrikanischen Ländern zu mildern. Ein Schwerpunktland ist der Südsudan, wo ein Machtkampf zu einem Bürgerkrieg zwischen ethnischen Gruppen geführt hat, der sich auch massiv auf die Versorgungslage auswirkt.

"Über 100.000 Menschen droht im Südsudan aktuell der Hungertod", erklärte Caritas-Präsident Michael Landau am Mittwoch in einer Aussendung. In einem Ernährungszentrum in der Hauptstadt Juba erhalten 600 Kleinkinder nahrhafte Mahlzeiten. Außerdem verteilt die Caritas Saatgut und bietet Kurse für Kleinbauern zur besseren Bewirtschaftung an. Die Sammlung der katholischen Hilfsorganisation gilt auch der Sahelzone und dem ebenfalls von einem Bürgerkrieg zerrütteten Jemen.

Papst-Appell für konkrete Hilfe

Auch Papst Franziskus forderte am Mittwoch bei der Generalaudienz in Rom konkrete Hilfe für die Menschen im Südsudan: "Zu einem brudermörderischen Konflikt kommt eine schwere Ernährungskrise hinzu, die Millionen Menschen zum Tode verurteilt, darunter viele Kinder", sagte er.

Die Vereinten Nationen haben eine Hungersnot für Teile des Landes ausgerufen. Landesweit stehe rund eine Million Einwohner kurz vor einer Hungerkrise. Das bitterarme Land ist 2011 vom Sudan nach blutigen Konflikten unabhängig geworden. Nach einem Machtkampf an der Staatsspitze brachen Ende 2013 blutige Kämpfe aus, Zehntausende Menschen wurden getötet. Mindestens 3,4 Millionen Einwohner wurden nach UNO-Angaben aus ihrem Zuhause vertrieben, 1,5 Millionen von ihnen flohen ins Ausland.

Notfallhilfe

Auf die "besonders verwundbare" Gruppe der behinderten Menschen angesichts der aktuellen Krise verwies Sophia Mohammed, die im Südsudan Projekte der Hilfsorganisation "Licht für die Welt" koordiniert. "Wir stehen vor extremen Herausforderungen. Unser Schwerpunkt hat sich von klassischer Hilfe für Behinderte auf Notfallhilfe verlagert", sagte Mohammed der APA per Telefon in Juba.

Taube etwa erhielten oft keine für sie zugängliche Informationen über medizinische Dienste oder Lebensmittelhilfe oder erhielten nötige Informationen zu spät. Auch Gehbehinderte kämen oft mangels Barrierefreiheit nicht an Hilfen heran, "weil sie das Haus nicht verlassen können", beklagte Mohammed.

Viele Betroffene

Schätzungsweise 15 Prozent der Bevölkerung im Südsudan, also über 1,8 Millionen Menschen, leben laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit einer Behinderung, 250.000 davon in Lagern für Binnenflüchtlinge. In Krisen und Konfliktregionen erhöht sich diese Zahl durch Verletzungen deutlich.

Ein Zusammenschluss von 23 deutschen Hilfsorganisationen forderte ebenfalls mehr Unterstützung für den Kampf gegen die Hungerkrise im Südsudan, aber auch in Äthiopien und Somalia. Geber weltweit müssten sich rasch engagieren, um eine weitere Zuspitzung der Lage zu verhindern, erklärte die Aktion Deutschland Hilft am Mittwoch. Mehr als 15 Millionen Menschen seien von den Folgen einer anhaltenden Dürre betroffen, hieß es. (APA, 22.2.2017)

Share if you care.