Pröll-Stiftung: Grüne sehen weiterhin Aufklärungsbedarf

22. Februar 2017, 12:28
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Klubobfrau Krismer: Zentrale Fragen offen – ÖVP: Alle Fakten "auf dem Tisch"

St. Pölten – Die Grünen orten nach einer Anfragebeantwortung durch NÖ Landesregierungsmitglieder weiter Aufklärungsbedarf in der Causa Pröll-Privatstiftung. "Zentrale Fragen sind nicht beantwortet", meinte Helga Krismer, Sprecherin und Klubobfrau der Grünen NÖ, in einer Pressekonferenz am Mittwoch. "Alle Argumente und Fakten zur Dr. Erwin Pröll Privatstiftung liegen auf dem Tisch", teilte hingegen die ÖVP mit.

Die ÖVP-Landesräte haben eine parlamentarische Anfrage der Grünen rund um die Dr. Erwin Pröll Privatstiftung bzw. Beschlüsse für deren Förderung beantwortet – die Landesregierungsmitglieder von SPÖ und Tillmann Fuchs, der vom Team Stronach nominiert wurde, laut Krismer hingegen bisher nicht. Die Beantwortung habe jedoch "wenig neue Erkenntnisse" gebracht, sagte die Grüne Klubobfrau. Die ÖVP-Landesräte hätten auf die Stellungnahme von Landeshauptmann Erwin Pröll verwiesen.

1,05 Millionen Euro vom Land

Die Landesregierung hat seit 2008 jährlich eine Subvention von 150.000 Euro für die Stiftung beschlossen. 1,05 Mio. Euro liegen laut Anfragebeantwortung auf Konten des Landes, 300.000 auf dem Konto der Stiftung. "Uns interessiert, auf welcher gesetzlichen Basis die Förderungen gewährt wurden", erklärte die Grüne Rechnungshofsprecherin Gabriele Moser am Mittwoch in St. Pölten. Laut Krismer wäre das Kulturförderungsgesetz heranzuziehen.

"Die Förderung wurde aufgrund der allgemeinen Förderungsrichtlinien und den entsprechenden Regierungsbeschlüssen gewährt", teilte Pröll in der Anfragebeantwortung mit. "Die Anwendbarkeit einzelner Bestimmungen des Kulturförderungsgesetzes ist daher im konkreten Fall nicht zutreffend", wurde in dem am Montag eingegangenen Schreiben festgehalten. Sämtliche Vorwürfe gegen die NÖ Landesregierung und gegen jedes einzelne Mitglied der Landesregierung seien "aus der Luft gegriffen und völlig haltlos".

Grüne Fragen

Für die Grünen bleiben offene Fragen: "Wer stellte den Förderantrag für die Dr. Erwin Pröll Privatstiftung, wie sah dieser Antrag aus, welche Begründung/welche Leistung stand den Subventionen gegenüber? Und welches Gesetz kam zur Anwendung?", wollte Krismer wissen. Kritik übten die Grünen am Landesrechnungshof. Moser meinte, sie habe kein Verständnis, dass die Prüfung durch den Landesrechnungshof Wochen dauert.

Nachdem eine von den Grünen geforderte Aktuelle Stunde zur Pröll-Privatstiftung in der Jänner-Landtagssitzung von anderen Parteien nicht unterstützt wurde, sieht Krismer die Zeit "nun reif für einen politischen Untersuchungsausschuss". Dieser sei aber in Niederösterreich ein Mehrheitsrecht.

"Rund um die Dr. Erwin Pröll Privatstiftung liegen jedenfalls alle Fakten und Argumente auf dem Tisch. Sowohl die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft wie auch ein Wahrnehmungsbericht des Landesrechnungshofes haben in dieser Sache nichts beanstandet", teilte ÖVP-Landesgeschäftsführer Bernhard Ebner am Mittwoch mit. Darüber hinaus sei auch die Gemeinnützigkeit der Stiftung "durch die Steuerbehörde, Wirtschafts- und Stiftungsprüfer sowie durch Rechtsanwälte belegt und gegeben", hieß es in einer Aussendung. (APA, 22.2.2017)

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