Pakistanische Behörde ermahnte TV-Kanal nach Film über Lesben

22. Februar 2017, 11:34
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Hum TV muss zunächst Rapport abliefern – Film sei gegen die sozialen, ethischen und gesellschaftlichen Normen im Land

Islamabad – Die pakistanische Medienaufsicht hat nach der Ausstrahlung eines Films über ein lesbisches Paar einen Fernsehkanal scharf ermahnt und eine Erklärung eingefordert. Der vom Sender Hum TV produzierte Film sei gegen die sozialen, ethischen und gesellschaftlichen Normen im Land, hieß es in einem bereits am Montag versandten Schreiben der Behörde Pemra.

Homosexualität ist in Pakistan nicht nur ein gesellschaftliches Tabu, sondern wird auch als krimineller Akt angesehen. Das pakistanische Strafgesetz sieht Gefängnisstrafen von zwei Jahren bis zu lebenslang vor.

Hum TV habe bis zum kommenden Montag Zeit, zu erklären, was der Beweggrund dafür war, "dieses Thema zu beleuchten", heißt es in der Pemra-Mitteilung. Es habe nach der Ausstrahlung von "Chewing Gum" (Kaugummikauen) viele Beschwerden gegeben. Über die Anzahl wollte ein Behördensprecher nichts sagen. Pemra kann Strafen von bis zu zehn Millionen Rupien verhängen, umgerechnet rund 90.000 Euro.

In ihrer Mahnung an Hum TV fragt Pemra auch, ob "ausländische Mittel" an der Produktion beteiligt gewesen seien. Im vergangenen Jahr war Hum TV der Behörde schon einmal negativ aufgefallen. Damals hatte der Sender eine Serie über ein anderes Tabuthema gesendet: Inzest. (APA, 22.2.2017)

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