Im Opernballranking hinkt Hawn Hilton hinterher

21. Februar 2017, 18:24
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Lugners Opernballgast Goldie Hawn kam am Dienstag in Wien an – Die Vorbereitungen in der Oper laufen auf Hochtouren, auch die Gegner bereiten sich vor

Wien – Richard Lugners Gast für den Opernball am 23. Februar, die US-Schauspielerin Goldie Hawn, ist am Dienstag in Wien-Schwechat gelandet. "Sie ist sehr nett, super, absolut pflegeleicht", schwärmte der Baumeister. Sie habe sich sogar eine halbe Stunde mit ihm unterhalten.

Hawn fahre nun erst einmal zu ihrem Luxus-Zimmer im Wiener Grand Hotel, um sich ein wenig von dem Flug zu erholen. Der von Lugner fast manisch befürchtete Jetlag dürfte sich aber in Grenzen halten – der Schauspielerin wurde von der Fluggesellschaft ein eigener Betreuer bereitgestellt, der für ihr Wohlbefinden gesorgt hat. Pläne hat Hawn noch keine geäußert. Lediglich, dass ihr das Cafe Hawelka und das Restaurant Figlmüller "mit den großen Schnitzeln" empfohlen worden ist. "Da wollen irgendwie alle Amerikanerinnen hin, das ist dort wohl bekannt", sagte Lugner.

Ein Skandal wäre nötig

In einem Ranking kann Hawn mit vielen ihrer Vorgängerinnen nicht mithalten. Die 71-Jährige kam bisher erst in 81 Beiträgen in Österreichs Tageszeitungen und ORF-Infosendungen vor (Stand: 20. Februar). Um etwa die 485 Medienbeiträge von It-Girl Paris Hilton zu erreichen – sie war 2007 Lugners Gast –, müsste sich beim Ball schon ein handfester Skandal ereignen. Insgesamt gab es laut der Medienanalyse von APA-DeFacto in den vergangenen 25 Jahren 4.664 Berichte über Lugners Opernballgäste.

grafik: apa

Die Vorbereitungen für den heurigen Ball laufen indes auf Hochtouren. Bis Mittwochabend haben rund 500 Arbeiter Zeit, das erste Haus am Ring in den schönsten Ballsaal der Welt zu verwandeln. "Mir kommt das vor wie in einem Kinderwimmelbuch", sagte Organisatorin Maria Großbauer.

Prinzipiell sind die Aufbauarbeiten jedes Jahr gleich: In 1.200 Arbeitsstunden wird im Inneren der Oper als erstes das Parkett im Zuschauerraum aufgebaut. Rund 170 der zwei Quadratmeter großen Platten müssen für die Veranstaltung verlegt werden. Um die Neigung des Zuschauerraumes auszugleichen, wird darunter eine Art Gerüst aufgebaut, damit in der Ballnacht eine ebene Tanzfläche bereit steht. Parallel werden die Bühnenlogen errichtet, der Blumenschmuck angebracht und die diversen Bars errichtet.

foto: apa/georg hochmuth

Heuer brachte aber erstmals Neo-Organisatorin Maria Großbauer ihre Ideen ein. "Es sind fast alle Säle neu gestaltet", sagte die Organisatorin. Die Veränderungen beginnen schon beim Blumenschmuck, der heuer von der Oper "Zauberflöte" inspiriert wird. Auch die Bars und die Schwind-Loggia wurden – von verschiedenen Opern beeinflusst – verändert. "Der große Ballsaal bleibt aber so wie man ihn kennt", beruhigte Großbauer.

Demo, um "die Reichen zu fressen"

Dass sie nicht uneingeschränkt Freude mit dem Opernball haben, bekräftigten am Dienstag die Kommunistische Jugend Österreichs (KJÖ) und der Kommunistische Studentenverband (KSV) – sie machten bei einer Pressekonferenz Werbung für die von ihnen organisierte erste große Demo gegen das "dekadente Fest der Reichen" seit Jahrzehnten.

Das Motto der Demo lautet "Eat the Rich" und unterscheidet sich dahingehend kaum von den oft gewalttätigen Protesten Ende der 1980er-Jahre. David Lang, Bundesvorsitzender der KJÖ, betonte allerdings auch den Unterschied zu jenen Demonstrationen: Der Marsch am Donnerstag habe "keinen konfrontativen Charakter".

Um 18.00 Uhr versammeln sich die Manifestanten in der Johnstraße in Rudolfsheim-Fünfhaus und gehen dann über die Hütteldorfer Straße – Märzstraße – Gürtel – innere Mariahilfer Straße zum Omofuma-Denkmal beim Museumsquartier, wo die Schlusskundgebung stattfindet. Lang betonte, es habe nie den Plan gegeben, den Protest direkt zur Staatsoper zu tragen. Die KJÖ erwartet rund 500 Teilnehmer, ein Bus aus Linz inklusive.

Die Veranstalter sehen "viele gute Gründe", gegen den Opernball zu protestieren, sagte Lukas Haslwanter, der bundesweit für die Mobilisierung zur Demo zuständig ist. Die Lohnentwicklung gehe nach unten, die Mieten nach oben. Mehr als 18 Prozent der Bevölkerung seien armuts- und/oder ausgrenzungsgefährdet. Das Problem der Armutsgefahr betreffe besonders Studenten. (APA, red, 21.2.2017)

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