Erstmals von Metall-Industrie finanzierter Forschungspreis vergeben

22. Februar 2017, 07:00
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Zwei "ASMET-Preise" für Grundlagenforschungsprojekte aus der Steiermark

Wien – Im Wissenschaftsfonds FWF wurde Dienstagvormittag erstmals ein Spezialpreis für Grundlagenforschung in der Metallurgie vergeben. Asmet, der Verein der metallerzeugenden und -verarbeitenden Industrie, hatte dafür 300.000 Euro gestiftet. Da zwei preiswürdige Projekte ausgewählt wurden, übernahm der FWF selbst noch mal 300.000 Euro.

Maria Cecilia Poletti, gebürtige Argentinierin, vom Institut für Werkstoffkunde, Fügetechnik und Umformtechnik an der TU Graz, erhält die Mittel für ihre Forschungen zur Verformung von Metallen bei thermomechanischen Prozessen. Das gelingt nämlich nicht gleichmäßig. Sie will für Titan- und Aluminiumlegierungen ein Modell entwickeln, um solche Prozesse zu optimieren.

Auch das zweite ausgezeichnete Projekt von David Holec vom Department für Metallkunde und Werkstoffprüfung der Montanuniversität Leoben und Jürgen Spitaler vom Materials Center Leoben beschäftigt sich mit Titan- und Aluminiumlegierungen, aus denen etwa Bauteile für Flugzeugtriebwerke hergestellt werden. Sie arbeiten an Modellen, um die möglichen unterschiedlichen Anordnungen der Atome in solchen Legierungen, die über ihre Eigenschaften entscheiden, zu berechnen.

Asmet-Präsident und Voestalpine-Vorstandsmitglied Franz Rotter betonte in diesem Rahmen die Bedeutung der Grundlagenforschung für die vom Verein vertretenen Unternehmen, für ihn "das Rückgrat der technologischen Industrie in Österreich". Eine nächste Ausschreibung soll es bereits 2018 geben.

Tockner fordert Investition in Forschungsbereich

FWF-Präsident Klement Tockner sagte dazu: Wenn man den Entwicklungsbereich in Unternehmen fördere – Stichwort: Erhöhung der Forschungsprämie von zwölf auf 14 Prozent -, "muss man auch in den Forschungsbereich investieren, damit es zu keiner Schieflage kommt".

Der Asmet-Preis ist die vierte Initiative, in der private Mittel in Kooperation mit dem FWF für Grundlagenforschungsprojekte vergeben werden. Über diese Stiftungsvereinbarungen werden jährlich rund 1,6 Millionen Euro an Projekte vergeben. Mittelfristig will der Fonds diese Initiativen in einer FWF-Stiftung bündeln. "Wir wollen damit die Entwicklung einer Kultur fördern und Synergien zwischen privaten und öffentlichen Mitteln schaffen", sagte Tockner. (APA, red, 22.2.2017)

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