Einspruch abgewiesen: Grünes Licht für neue Patscherkofelbahn

21. Februar 2017, 11:56
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Landesverwaltungsgericht hat seilbahnrechtliche Genehmigung erteilt, Alpenverein ist mit Einspruch abgeblitzt

Innsbruck – Das umstrittene Bauprojekt am Innsbrucker Hausberg Patscherkofel wird wie geplant Anfang April dieses Jahres starten. Die Stadt Innsbruck errichtet eine neue Zehner-Umlaufgondelbahn und lässt die bestehenden Anlagen, darunter die historische Pendelbahn, schleifen oder abbauen. Das mit insgesamt 58 Millionen Euro veranschlagte Projekt soll den Berg im Süden Innsbrucks für eine moderne Sommer- wie Winternutzung adaptieren.

Gegner kündigen weiteren Widerstand an

Kritikern sind die stetig steigenden Baukosten ein Dorn im Auge. Sie monieren, dass die Stadt den Gemeinderat in dieser Hinsicht bewusst getäuscht habe. Von anfänglichen 20 bis 30 Millionen Euro stiegen die Kosten auf zuletzt 58 Millionen Euro. Zudem engagiert sich eine Bürgerinitiative für den Erhalt der Pendelbahn. Ihr Sprecher Berthold Schwan kündigt bereits weiteren Widerstand an und plant, noch am Dienstag eine Sachverhaltsdarstellung an den Rechnungshof zu übermitteln. Bei der Staatsanwaltschaft Innsbruck ist bereits eine solche eingelangt, und man prüft, ob ein Ermittlungsverfahren gerechtfertigt sei.

Alpenverein plant Klage

Auch der Alpenverein will sich nicht so schnell geschlagen geben, wie Präsident Andreas Ermacora zum STANDARD sagt: "Wir prüfen eine Revision am Verwaltungsgerichtshof im seilbahnrechtlichen Verfahren." Zudem werde man eine Klage auf Unterlassung einbringen. Es geht dabei um die geplante Errichtung eines Restaurants in der neuen Bergstation, die direkt neben dem 130 Jahre alten Alpenvereins-Schutzhaus gebaut wird. "Hier existiert eine eingetragene Dienstbarkeit im Grundbuch der Liegenschaft zu Gunsten des Alpenvereins", verweist Ermacora auf bestehende Verträge. Diese Abmachung zwischen der Patscherkofelbahn und der Gemeinde Patsch datiert zurück auf das Jahr 1885 und ist nach wie vor gültig. Darüber hinaus arbeite man weiter an einer Bürgerintiative nach Innsbrucker Stadtrecht, so Ermacora. Der zufolge sind 200 Unterschriften nötig, um das Thema erneut in den Gemeinderat zu bringen. Allerdings müsste dann die Hälfte der wahlberechtigten Innsbrucker an einer Abstimmung teilnehmen, um Verbindlichkeit herzustellen.

2014 hat die Stadt Innsbruck die Patscherkofelbahnen von Unternehmer und ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel um knapp elf Millionen Euro gekauft. Die Neugestaltung umfasst neben den Liftprojekten auch einer Rodelbahn, den Ausbau des bestehenden Speicherteichs zum Badesee sowie die Adaptierung der Wegeinfrastruktur am Berg. (ars, 21.2.2017)

  • Auch der Olympiaexpress-Sessellift wird der neuen Patscherkofelbahn weichen müssen.
    foto: apa / robert parigger

    Auch der Olympiaexpress-Sessellift wird der neuen Patscherkofelbahn weichen müssen.

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