Rüstungsexporte auf höchstem Niveau seit dem Kalten Krieg

20. Februar 2017, 05:47
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Laut dem Friedensforschungsinstitut ist die Zeit der politischen Entspannung vorbei. 56 Prozent aller Exporte stammen aus den USA und Russland

Stockholm – Ein Vierteljahrhundert nach dem Ende des Kalten Krieges hat der weltweite Waffenhandel wieder deutlich zugelegt. Nach dem jüngsten Bericht des schwedischen Friedensforschungsinstituts Sipri erreichte der Waffenexport in den vergangenen fünf Jahren sein größtes Volumen seit 1990. Und das, obwohl der Wert der Waffenverkäufe insgesamt in dieser Zeit rückläufig war. Grund für die unterschiedliche Entwicklung ist die bedeutende Inlandsnachfrage nach Waffen, vor allem in den USA.

Laut dem aktuellen Sipri-Bericht war der Umfang der Rüstungsexporte zwischen 2012 und 2016 um 8,4 Prozent höher als zwischen 2007 und 2011.

China auf Platz drei

Die größten Exporteure waren nach Angaben von Sipri die USA und Russland. Zusammen beherrschten sie 56 Prozent des Marktes, gefolgt von China, das in dem weltweiten Ranking Platz drei einnahm (6,2 Prozent). Die deutschen Exporte gingen demnach in den vergangenen fünf Jahren um 36 Prozent zurück. Im Ranking stand Deutschland mit einem Marktanteil von 5,6 Prozent auf Platz fünf der Rüstungsexporteure, hinter Frankreich mit sechs Prozent an vierter Stelle.

"Die USA versorgen weltweit mindestens 100 Länder mit Waffen – deutlich mehr als jeder andere Zulieferstaat", sagte Aude Fleurant, Direktorin des Sipri-Waffen- und Militärausgabenprogramms. Gehandelt würden Flugzeuge mit Cruise Missiles und anderer präzisionsgeführter Munition sowie die neueste Generation von Luft-und Raketenabwehrsystemen.

Indien importiert am meisten

Russland mit seinem Anteil von 23 Prozent am Export belieferte hauptsächlich Indien, Vietnam, China und Algerien. Der größte Importeur von Waffen war dem Bericht zufolge Indien mit 13 Prozent der globalen Summe.

Doch auch Staaten im Nahen Osten haben in den vergangenen zehn Jahren wieder kräftig aufgerüstet. Saudi-Arabien war zwischen 2012 und 2016 der zweitgrößte Waffenimporteur mit einem Anstieg von 212 Prozent gegenüber der Periode 2007 bis 2011. "Trotz des niedrigen Ölpreises haben die Länder in der Region im Jahr 2016 weitere Waffen bestellt, die sie als entscheidende Instrumente für den Umgang mit Konflikten und regionalen Spannungen sehen", sagte Sipri-Forscher Pieter Wezemann.

Auch in Südostasien stieg dem Bericht zufolge die Nachfrage nach Rüstungsgütern. Vietnam machte bei den Importeuren einen besonders großen Sprung von Platz 29 auf Platz zehn "Da es keine regionalen Rüstungskontrollmechanismen gibt, werden die Staaten in Asien ihre Arsenale weiter ausbauen", sagte Siemon Wezeman, ebenfalls Sipri-Forscher. (APA, red, 20.2.2017)

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