Philippiner protestieren gegen Drogenkrieg der Regierung

    18. Februar 2017, 09:26
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    Mehr als 7.600 Menschen wurden bisher im Anti-Drogenkampf getötet, Präsident Rodrigo Duterte verteidigte sein Vorgehen

    Manila – Zehntausende Katholiken haben am Samstag in Manila gegen den Drogenkrieg der philippinischen Regierung und die geplante Wiedereinführung der Todesstrafe protestiert.

    "Wir können nicht lehren, dass Töten falsch ist, indem wir diejenigen umbringen, die töten", erklärte der Vorsitzende der katholischen Bischofskonferenz des südostasiatischen Inselstaats, Socrates Villegas, anlässlich der Demonstration. Der Erzbischof von Manila, Luis Antonio Cardinal Tagle, rief zur Stärkung einer gewaltfreien Kultur auf.

    Präsident Rodrigo Duterte verteidigte dagegen sein Vorgehen gegen Drogenkriminelle. Dieses sei "im Großen und Ganzen erfolgreich", sagte er bei einem Besuch einer Militärakademie. Das Problem sei aber komplexer als er ursprünglich gedacht habe. "Zum Schutz der Bürger, nicht zur gesellschaftlichen Kontrolle," benötige er deshalb auch die Hilfe des Militärs.

    7.600 Tote

    Mehr als 7.600 Menschen wurden getötet seit Duterte seine Anti-Drogen-Kampagne vor sieben Monate startete. Mehr als 2.500 starben nach Polizeiangaben bei Schießereien während Razzien und verdeckten Einsätzen. Menschenrechtler vermuten, dass die Sicherheitskräfte mit Attentätern gemeinsame Sache machen. Die Regierung und die Polizei haben solche Vorwürfe zurückgewiesen. Nach ihrer Darstellung gehen viele Tote auf das Konto von Vigilanten, die auf eigene Faust Vergeltung übten.

    Der Protest am Samstag war die bisher größte öffentliche Demonstration gegen Dutertes Drogenkrieg. Nach Angaben der Organisatoren nahmen am "Gang für das Leben" bis zu 50.000 Menschen teil. Bei den anschließenden Ansprachen hörten nach Schätzungen der Polizei etwa 10.000 Menschen zu. Bis vor kurzem hatte sich die Kirche mit Kritik an Dutertes Vorgehen zurückgehalten. Fast 80 Prozent der 100 Millionen Einwohner der Philippinen sind Katholiken. (APA, Reuters, 18.2.2017)

    • Der Protest am Samstag war die bisher größte öffentliche Demonstration gegen Dutertes Drogenkrieg.
      foto: ap/bullit marquez

      Der Protest am Samstag war die bisher größte öffentliche Demonstration gegen Dutertes Drogenkrieg.

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