"Talk im Hangar-7" zu Burka und Kopftuch: Lebhaft und respektvoll

17. Februar 2017, 17:18
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Das Thema "Burka, Kopftuch und Koran: Woran scheitert Integration?" ist nicht zwingend dazu geeignet, sich das Mütchen zu kühlen

Nachdem Nummer 45, der surreale US-Präsident, am Donnerstag eine Tirade gegen Medien und sonst allerlei losgelassen hatte, schien der Talk im Hangar-7 auf Servus TV später wie ein Philosophenquartett.

Dabei ist das Thema Burka, Kopftuch und Koran: Woran scheitert Integration? nicht zwingend dazu geeignet, sich das Mütchen zu kühlen. Doch die Gäste von Michael Fleischhacker, Minister Sebastian Kurz, Schriftsteller Doron Rabinovici, Ikone Alice Schwarzer und die islamische Religionslehrerin Nadire Mustafi, verteidigten ihre verschiedenen Positionen lebhaft, aber respektvoll. Man konnte Argumente aller vier teils nachvollziehen. Wenn auch nicht alle: Kurz meinte, man müsse Burkas – auch – verbieten, weil anderswo vom IS befreite Frauen ihre Burka verbrennen. Das stimmt sicher. Doch im Westen verbrannten Frauen einst ihre BHs. Andere tragen sie immer noch gerne.

Schwarzer, die für ihre ablehnende Haltung zum Kopftuch "als Symbol des politischen Islam" bekannt ist, lobte überraschend das Kopftuch von Mustafi. Dieses sei nicht böse, weil nicht schwarz, sondern "so schön grün" und ihre Kleidung zudem körperbetont. Ungewollt komisch war Schwarzer auch. Etwa als sie sich nach kurzer Pause das Wort mit einem empörten "Herr Fleischhauer!" zurückholen wollte.

Rabinovici und Mustafi aber wiesen beide auf etwas Wesentliches hin: Radikalisierung ist unsichtbar. Wer garantiere ihr, so Mustafi, dass die politische Haltung im Kopf der Frau weg sei, wenn sie das Kopftuch ablege? Rabinovici sagte, dass er Jüdinnen mit "Scheitel", also Perücke, kenne, die humanistischer seien als Rassistinnen im Businesslook. Eben. Don’t judge a book by its Kopfbedeckung. (Colette M. Schmidt, 17.2.2017)

  • Die Gäste verteidigten ihre verschiedenen Positionen lebhaft, aber respektvoll.
    foto: servustv

    Die Gäste verteidigten ihre verschiedenen Positionen lebhaft, aber respektvoll.

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