Veränderungen in Wiens Messelandschaft

17. Februar 2017, 16:39
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Neue Standorte, neue Formate: Ein Überblick zum Start der Kunstmessesaison in Wien

Sechs Jahre lang hatte das Leopold-Museum der Kunstmesse "Art Austria" im März oder April temporäres Quartier gewährt. Einen Direktorenwechsel später wurde das von Galerist Manfred Lang kreierte und von Wolfgang Pelz ("Art Port") organisierte Format 2016 verabschiedet. Aus Termingründen, wie es hieß. Zeitgleich gab man die Kooperation mit einem anderen Messeveranstalter bekannt und ward die von MAC Hoffmann ausgerichtete "Art Vienna" aus der Taufe gehoben.

Sie gibt nun vom 23. bis 26. Februar ihr Debüt: mit 34 Ausstellern, darunter 28 österreichischen Galeristen und Kunsthändlern sowie je einem Teilnehmer aus Bozen, Hannover, Bratislava, Berlin, London und München. Korrespondierend zum Sammlungsbestand liegt der Messefokus auf Kunst der Klassischen Moderne bis in die Gegenwart. Entgegen der Ankündigung gab es dann doch kein von Fachleuten des Museums unterstütztes Gremium, das die Auswahl der Aussteller evaluierte. Nun wird ein gemeinsamer Beirat die zum Verkauf angebotenen Objekte begutachten, wie auf Anfrage zu erfahren war.

Neue Herberge

Die "Art Austria" fand indes im Liechtenstein'schen Gartenpalais für die nächsten Jahre (bis inkl. 2020) eine neue Herberge. Vom 24. bis 26. März wird dort erstmals in der Sala Terrena, den Damenappartements und im Herkulessaal die zehnte Auflage des auf österreichische Kunst spezialisierten Formats zelebriert. Die Anzahl der Teilnehmer beziffert Pelz aktuell mit 43 und verweist auf den von Dagmar Chobot kuratierten Skulpturengarten, der die Besucher am Vorplatz empfangen wird. Für manche könnten sich allerdings die drei täglichen Sonderführungen durch die fürstlichen Sammlungen als Hauptattraktion entpuppen.

Ende 2011 hatte das Fürstenhaus den Museumsbetrieb eingestellt, da die Besucherzahlen mit rund 45.000 jährlich weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben waren. Seither fanden maximal zwei öffentliche Führungen und nur gegen Voranmeldung monatlich statt. Aufgrund der begrenzten Teilnehmerzahl von 25 Personen, erklärt Wolfgang Pelz, sei allerdings auch im Rahmen der "Art Austria" eine Anmeldung notwendig.

Kunst und Antiquitäten

Zu einer weiteren Veränderung kommt es für die vom Verband der Antiquitäten- und Kunsthändler veranstalteten Messen. Bedingt durch den Umbau des Künstlerhauses findet die "Wikam – Wiener Internationale Kunst & Antiquitätenmesse" im Frühjahr nun künftig (bis inkl. 2021) in den Palais Ferstel & Niederösterreich Unterschlupf. Vom 4. bis 12. März werden dort aktuell 37 Aussteller ihre Ware feilbieten.

Eine Rückkehr ins Künstlerhaus dürfte am Platzmangel scheitern. Laut Verbandspräsident Horst Szaal wäre das für die Zeit nach der Wiedereröffnung angebotene Obergeschoß viel zu gering dimensioniert. Dazu ist die zuletzt parallel zur "Art Antique Hofburg" anberaumte Herbst-"Wikam" endgültig Geschichte. Stattdessen konzipierte man laut Szaal ein neues, Format, dessen Schwerpunkt auf klassischer Kunst und Moderne liegt. "Fair for Art Vienna" soll es heißen und das interessierte Publikum erstmals vom 7. bis 15. Oktober in die "Aula der Wissenschaften" der Alten Universität locken. Zeitlich liegt man damit exakt zwischen der "Viennacontemporary" (21.-24. 9., Marx Halle) und der "Art Antique Hofburg" (4.-12. 11.). (kron, Album, 17.2.2017)

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