Zu wenig Kapital: Wien schwacher Standort für Technologie-Start-ups

16. Februar 2017, 18:23
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EU-Vergleich zeigt deutlichen Rückstand bei privatem Investitionskapital

Wiener Technologie-Start-ups haben es im EU-Vergleich deutlich schwerer, an Kapital zu kommen, besagt eine Studie der Modul University. Lediglich 0,03 Prozent des Bruttosozialprodukts werden in Wien an privatem Investitionskapital für technologieorientierte Jungunternehmen aufgebracht. Im europäischen Durchschnitt seien die Summen zehn mal höher.

Politik und Wirtschaft wäre gefordert

Den Grund für diesen Rückstand sehen die Autoren vor allem in der zu geringen Förderung der Unternehmensgründung durch Politik und Wirtschaft. Zudem gebe es, im Vergleich zu Wien, in globalen Start-up-Zentren wie Berlin, Tel-Aviv und Amsterdam mindestens eine Investmentinitiative für junge Unternehmen.

Die Studie wurde von der Wirtschaftskammer Wien unterstützt. Die Experten legen darin einen 8-Punkte-Plan zur Verbesserung der Situation vor. Empfohlen wird ein Fonds zur Förderung von Start-ups ebenso wie eine Plattform zur Abstimmung gemeinsamer Förderziele, aber auch Steueranreize und staatliche Garantien sollten Risikokapitalinvestitionen attraktiver machen. Bereits eine bessere Vernetzung und Koordination könnte viel bewirken.

Business-Angels

Sogenannte Business-Angels zählen laut Modul-Studie zu den aktivsten Finanzgebern. Sie seien eine ganz wichtige Brücke zwischen den ersten Geldgebern aus dem Kreis von Familie und Freunden und späteren Risikokapitalgebern. Gerade diese Funktion mache die kleine Wiener Investment-Szene ausgesprochen dynamisch, stellt die Studie fest. Wien habe großes Potenzial gerade für technologieorientierte Jungunternehmen. (APA, 16.2. 2017)

  • Wien im Februar 2017.
    foto: sum

    Wien im Februar 2017.

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