Deutsche Diabetes-Experten fordern Werbeverbot für Dickmacher

16. Februar 2017, 14:33
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"Es gibt kein einziges vernünftiges Argument, das Werbung für ungesunde Dickmacher rechtfertigen könnte, die sich an Kinder und Jugendliche richtet", sagt Baptist Gallwitz von der Deutschen Diabetes Gesellschaft

Berlin – Eine europäische Langzeitstudie "i.family" mit rund 10.000 Kindern aus acht Ländern zeigte kürzlich, dass Fernsehwerbung bei Kindern den Konsum von zucker- und fettreichen Lebensmitteln erhöht. Nun fordert die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG), dass an Kinder gerichtete TV-Spots für hochkalorische, übergewichtsfördernde Lebensmittel verboten werden sollten.

"Es gibt kein einziges vernünftiges Argument, das Werbung für ungesunde Dickmacher rechtfertigen könnte, die sich an Kinder und Jugendliche richtet", sagt Baptist Gallwitz, Präsident der DDG. Schließlich habe auch die Langzeitstudie gezeigt, dass der Nachwuchs häufiger zu überzuckerten Softdrinks und hochkalorischen Speisen greift, nachdem TV-Spots geschaut wurden – selbst, wenn die Eltern von solchen Produkten abraten, wie die Diabetes-Experten betonen.

Eigenverantwortung der Hersteller funktioniert nicht

"Kindermarketing für ungesunde Dickmacher ist aus unserer Sicht kommerziell motivierte, staatlich geduldete Verantwortungslosigkeit, die zu großem persönlichen Leid und hohen gesellschaftlichen Folgekosten führt", kritisiert Dietrich Garlichs von der DDG.

Die freiwillige Selbstverpflichtungen der Hersteller zu einer verantwortungsvollen Werbung für Kinder hätten nicht funktioniert, schreiben die Autoren der "i.family"-Studie. "Daher setzen wir uns für ein Verbot ein", so Garlichs. (red, 16.2.2017)

  • Werbung wirkt. Zumindest bei Kindern, wie kürzlich eine internationale Studie gezeigt hat.
    foto: apa/dpa/sebastian gollnow

    Werbung wirkt. Zumindest bei Kindern, wie kürzlich eine internationale Studie gezeigt hat.

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