Nasa-Raumschiff Orion erhält Servicemodul aus Europa

    16. Februar 2017, 13:47
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    Airbus Defence and Space baut im Auftrag der Esa ein Servicemodul für das Raumfahrzeug

    Bremen – Die europäische Weltraumagentur Esa und das Raumfahrtunternehmen Airbus Defence and Space unterzeichneten am Donnerstag einen Vertrag über den Bau des zweiten Schlüsselmoduls für die neue US-Raumkapsel Orion. Das Nasa-Raumfahrzeug soll in den kommenden Jahren Raumfahrer über die erdnahe Umlaufbahn hinaus in die Tiefen des Weltraums befördern.

    Eine Schlüsselrolle bei den geplanten Orion-Missionen kommt dem Europäischen Servicemodul (ESM) zu, für dessen Bau Airbus Defence and Space nun einen Auftrag erhielt. Denn das ESM soll bei möglichen Orion-Flügen zum Mond oder zum Mars für den Antrieb sowie die Energieversorgung und die Lagerung wichtiger Versorgungsgüter wie Wasser und Sauerstoff sorgen.

    Erprobte Technologie

    Das zylinderförmige Antriebs- und Versorgungsmodul weist einen Durchmesser von etwa vier Metern auf. Darin werden mehr als 20.000 Bauteile und Komponenten verbaut – von elektrischer Ausrüstung bis zu Raketentriebwerken, Solarpaneelen, Treibstofftanks und Lebenserhaltungsmaterial sowie Kabel und Röhren.

    Das Modul basiert auf der Technologie des europäischen Versorgungsfrachters ATV (Automated Transfer Vehicle) für die Internationale Raumstation, der diese regelmäßig mit Versuchsausrüstungen, Ersatzteilen, Nahrungsmitteln, Luft und Wasser versorgte. Der letzte der insgesamt fünf automatischen ATV-Raumfrachter war Anfang 2015 bei der Rückkehr von der ISS planmäßig in der Erdatmosphäre verglüht.

    Bemannter Flug 2021?

    Die Esa hatte Airbus Defence and Space 2014 als Hauptauftragnehmer für Entwicklung und Bau des ESM ausgewählt. Das Bremer Raumfahrtunternehmen baut bereits am ESM für die Generalprobe der neuen Orion-Raumkapsel, die 2018 stattfinden soll – dann soll das Raumfahrzeug zu einem unbemannten Testflug über die Mondumlaufbahn hinaus aufbrechen. Die erste bemannte Orion-Mission soll planmäßig im Jahr 2021 folgen – wobei bereits mit Verzögerungen bis mindestens 2023 gerechnet wird.

    Mit Orion sollen Astronauten erstmals seit den Apollo-Mondlandungen Ende der 1960er- und Anfang der 1970er-Jahre wieder jenseits der Internationalen Raumstation ISS ins All vorstoßen. Im Zuge ihres Apollo-Programms hatte die Nasa zwischen 1969 und 1972 insgesamt zwölf Astronauten auf den Mond gebracht. Bemannte Raumflüge zu Zielen fern der Erde gab es seither nicht mehr. (APA, 16.2.2017)

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