McDonald's tüftelt an Burgerneuheiten und Zustellservice

16. Februar 2017, 12:00
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Die Fastfood-Kette will das Serivce ausbauen und sucht 500 Gästebetreuer. Ein veganer Burger wird eventuell 2018 aufgetischt

Wien – Während die Fastfood-Kette McDonald's in den USA weiter schwächelt, laufen die Geschäfte in Österreich gut. Der Umsatz stieg im Vorjahr von 576 auf 586 Millionen Euro, die Gästezahl blieb bei etwa 158 Millionen. Mehr als 50 Prozent des Gesamtgeschäfts erwirtschaftet das Unternehmen, Kaffee, Kuchen, Salat und Co zum Trotz, weiterhin mit Burgern.

Ein echter Treiber sei mittlerweile die Digitalisierung, sagt Österreich-Chef Andreas Schmidlechner dem STANDARD. In den vergangenen beiden Jahren habe man zwischen 150.000 und 200.000 Euro je Standort in diesen Bereich investiert, etwa in Kioske, an denen sich Kunden ihre Burger selbst zusammenstellen. "Das entwickelt sich sensationell. Über die Hälfte unseres gesamten Umsatzes geht bereits über diese digitalen Tools", so Schmidlechner.

500 Mitarbeiter gesucht

Weniger Beschäftigte seien mit der Entwicklung nicht verbunden, so der McDonald's-Chef. Ganz im Gegenteil. Für heuer werden 500 neue Mitarbeiter gesucht. Man will massiv in den Servicebereich investieren. Eigene Gästebetreuer sollen bei der Auswahl helfen oder Bestellungen zum Tisch bringen. Derzeit beschäftigt McDonald's in Österreich rund 9.600 Mitarbeiter. Anders als in der Gastronomiebranche häufig beklagt, habe man dank flexibler Arbeitszeitmodelle keine Probleme, Mitarbeiter zu finden.

Sollte der von der Gewerkschaft geforderte Mindestlohn von 1.500 Euro tatsächlich kommen, hat Schmidlechner keine Probleme damit: "Anpassungen gibt es immer, und wir schauen, was die Sozialpartner ausverhandeln." McDonald's hat einen eigenen österreichweiten Kollektivvertrag, der angelehnt ist an jenen der Gastronomie. In der Lehrlingsvergütung liege man bei der Bezahlung "deutlich über KV", so Schmidlechner.

Das Onlinezustellservice, in Wien fast flächendeckend nutzbar, will der Burgerbrater sukzessive in den Landeshauptstädten ausrollen. Der genaue Zeitplan ist noch offen. In den nächsten Monaten werde intensiv an dem Thema getüftelt, sagt Schmidlechner: "Das Business wächst überdurchschnittlich, wir versprechen uns davon sehr viel." Derzeit liegt der via Zustellung erwirtschaftete Umsatz noch unter fünf Prozent.

Vegane Burger

Auch auf die Erweiterung des alternativen Angebots setzt Schmidlechner. Dem Trend zu vegetarischer Ernährung habe die Kette 2016 mit der neuen Plattform "Makeitveggie" Rechnung getragen. Dort kann der Kunde verschiedene Produkte auf vegetarischer Basis zusammenstellen. Statt Chicken wird ein Veggie-Schnitzel aus Milchproteinen und Pflanzenfasern in den Burger gepackt. Außerdem wurde glutenfreies Brot für Allergiker eingeführt.

Wer vegan eingestellt ist, muss sich auf Salat beschränken oder auf das Laberl im Burger verzichten. Das könnte sich ändern. Gut möglich, so Schmidlechner, dass Kunden 2018 auch einen veganen Burger bestellen können. (Regina Bruckner, 16.2.2017)

  • Digitalisierung hin oder her: Zwischen den Zähnen bleibt alles beim Alten und ganz analog. 30 Millionen Cheeseburger werden jährlich gekauft.
    foto: apa/dpa/peter kneffel

    Digitalisierung hin oder her: Zwischen den Zähnen bleibt alles beim Alten und ganz analog. 30 Millionen Cheeseburger werden jährlich gekauft.

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