Österreichische S&T will Computerbauer Kontron von der Börse nehmen

15. Februar 2017, 17:07
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S&T will das Unternehmen auf die eigene Deutschland-Tochter verschmelzen

Der Augsburger Kleincomputer-Hersteller Kontron soll nach 17 Jahren von der Börse verschwinden. Der österreichische Großaktionär S&T will das Unternehmen auf die eigene Deutschland-Tochter verschmelzen, die nicht an der Börse gelistet ist. Die beiden Vorstände hätten sich darauf geeinigt, teilten S&T und Kontron am Mittwoch mit. Damit die Aktionäre von Kontron dann nicht auf nicht an der Börse handelbaren Aktien von S&T Deutschland sitzenbleiben, können sie diese zu 90 Prozent in Papiere des im Technologieindex TecDax gelisteten IT-Systemhauses S&T AG aus dem österreichischen Linz tauschen. Die restlichen zehn Prozent würden in bar ausgezahlt. Alternativ bietet ihnen S&T die ganze Abfindung in bar.

Im Herbst bei Kontron eingestiegen

Die Einzelheiten der Fusion sollen in den nächsten zwei Monaten ausgearbeitet werden. S&T war im Herbst für knapp 60 Millionen Euro mit 29,9 Prozent bei der angeschlagenen Kontron eingestiegen, blieb damit aber unter der 30-Prozent-Schwelle, die ein Pflichtangebot für alle Kontron-Aktien nach sich zog. Das Geld für den Einstieg kam wiederum zum Großteil aus Taiwan. Dort sitzt eine Tochter des Apple-Zulieferers Foxconn mit dem Namen Ennoconn, die mit 29,4 Prozent an S&T beteiligt ist.

Ennoconn stellt wie Kontron "Embedded Computer" her, kleine Rechner, die in andere Geräte verbaut werden. Foxconn kann in dem Bereich günstig entwickeln und produzieren und setzt auf die breite Kundenbasis von Kontron. S&T war 2012 aus der Fusion der Wiener S&T mit der Linzer Quanmax entstanden. Das Unternehmen verkauft unter anderem Laptops der Marke Maxdata. Vorstandschef von S&T ist der ehemalige Kontron-Chef Hannes Niederhauser. Er rechnet damit, dass das Linzer Unternehmen auf Sicht ganz an die Taiwaner fällt. (Reuters, 17.2.2017)

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