Experte: Fake-News "gefährlicher als ein Strom-Blackout"

    15. Februar 2017, 16:25
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    Etablierte Online-Medien könnten gehackt werden, um Propaganda zu verbreiten

    Solange es Menschen gibt, die auf ein E-Mail hin einem angeblichen Prinzen aus Afrika tausende Euro überweisen, damit er ihnen hunderte Millionen schickt, solange werden wohl auch Fake-News ihre Abnehmer finden. Vor dieser Propaganda warnte auch Alexander Klimburg am Dienstagabend bei einer Talkrunde ("The new art of war?") im Außenministerium. Der Cybersecurityexperte, der verschiedene Regierungen und die Nato berät, bezeichnete Fake-News und manipulative Leaks als "gefährlicher als einen Strom-Blackout". Als Beispiel für seine These nannte er die Vorgänge rund um die US-Wahl, in dem mutmaßlich russische Hacker im Verbund mit Wikileaks eine gewichtige Rolle spielten.

    Mehr Geld für IT-Sicherheit

    Bei der Gesprächsrunde war auch die Möglichkeit des Hackings etablierter Online-Medien ein Thema. So ließen sich gezielt falsche Behauptungen in Umlauf bringen. Diesbezüglich sind wohl Verlage gefordert, mehr in ihre IT-Sicherheit zu investieren. Schließlich könne man "die öffentliche Meinung auch als kritische Infrastruktur sehen", so Klimburg.

    Kein Krieg im Netz

    Die Gesprächsrunde, an der auch Experten der Telekom Austria, Microsoft und auch der ehemalige britische Militär Nigel Inkster vom International Institute for Strategic teilnahm, beschäftige sich auch mit der Frage, ob im Netz ein Krieg tobe. Ihre Antwort: Nein, auch wenn diverse Attacken bereits für Sachbeschädigungen gesorgt haben. Allerdings gehen die Experten davon aus, dass etwa Computerwürmer schon Menschenleben gefordert haben könnten. So legten virtuelle Schädlinge auch Krankenhäuser in Österreich teilweise schon lahm. (sum, 15.2. 2017)

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      foto: apa
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